Drei Mitarbeiter wegen Betrugs vor Gericht

Gammelfleisch-Skandal: Angeklagte können mit Bewährungsstrafe rechnen

Coburg - Mehr als 20 Tonnen illegal verkauftes Gammelfleisch: Drei Mitarbeiter des Coburger Schlachthofs stehen wegen Betrugs oder Beihilfe zum Betrug vor Gericht.

Im Prozess um den Fleischskandal am Coburger Schlachthof hat das Landgericht Coburg dem Hauptangeklagten eine Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt. Es habe bereits Beratungen im Vorfeld gegeben, sagte Richter Gerhard Amend am Montag. Die Kammer gehe davon aus, dass die übergeordneten Behörden Kontrollen unterlassen haben. Das sei zugunsten der Angeklagten zu werten.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden zwischen 2008 und 2012 im Schlachthof mehr als 20 Tonnen Fleisch illegal verkauft, das zwar nicht gesundheitsgefährdend, aber auch nicht für den menschlichen Verzehr geeignet war. Den Abnehmern sei vorgegaukelt worden, es handle sich um normales Rindfleisch.

Hauptangeklagter ist der Chef eines Fleischverarbeitungsunternehmens am Schlachthof. Wegen Beihilfe zum Betrug sind der frühere Schlachthofleiter und seine damals als amtliche Tierärztin tätige Ehefrau angeklagt. Der ehemalige Schlachthof-Chef kann nach Worten Amends ebenfalls mit einer Bewährungsstrafe rechnen, die Tierärztin könnte mit einer Geldstrafe davonkommen. Die Stadt Coburg hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe den Schlachthof im Sommer 2013 geschlossen.

Zudem sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft Viehhändler und Landwirte betrogen worden, indem das Schlachtgewicht der angelieferten Tiere gefälscht worden sei. Den Schaden beziffert die Anklagebehörde insgesamt auf mehr als 930 000 Euro.

Der Hauptangeklagte wehrte sich am Montag gegen Behauptungen, er habe Ekelfleisch an Metzger und Gastwirte weiterverkauft. Er habe nie Fleisch in Umlauf gebracht, dessen Qualität nicht gut war, sagte er. Detailliert schilderte er die Praxis im Schlachthof, von der auch alle Kontrollinstanzen gewusst hätten. Nach dem Aus am Coburger Schlachthof habe er inzwischen wieder einen neuen Betrieb, viele ehemalige Mitarbeiter und Kunden seien wieder dabei. Das sehe er als Vertrauensbeweis.

In den kommenden Tagen sollen unter anderem Sachverständige gehört werden. Ein Urteil könnte am 22. Mai fallen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Immer noch Unwetterwarnungen für Teile Bayerns: Orkanböen von über 140 Stundenkilometer
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Montag vor Unwettern mit extremen Orkanböen in den bayerischen Regierungsbezirken Schwaben und Oberbayern gewarnt.
Immer noch Unwetterwarnungen für Teile Bayerns: Orkanböen von über 140 Stundenkilometer
Frau gequält und erschlagen - zwölf Jahre Haft wegen Totschlags
Mehr als fünf Stunden lang, soll er seine Frau geschlagen und gequält haben. Als er schließlich den Notarzt rief, war es bereits zu spät. Nun wurde der Mann verurteilt. 
Frau gequält und erschlagen - zwölf Jahre Haft wegen Totschlags
Wagen kracht gegen Baum - Feuerwehrler müssen toten Kameraden bergen
Tragischer Unfall nahe Manching: Am Montag ist ein 42-Jähriger mit seinem Wagen gegen einen Baum gekracht. Die herbeigerufene Feuerwehr erkannte den Fahrer sofort.
Wagen kracht gegen Baum - Feuerwehrler müssen toten Kameraden bergen
Unheimliche Entdeckung: 13-Jährige findet Grabstein ihres Opas im Freizeitpark
Der Horror wurde real, aus dem Spaß eine Anzeige: Der Betreiber des Freizeitparks Geiselwind hat nun die Staatsanwaltschaft am Hals. 
Unheimliche Entdeckung: 13-Jährige findet Grabstein ihres Opas im Freizeitpark

Kommentare