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30 Kühe mussten auf einem Bauernhof im Westallgäu bereits getötet werden. Sie erkrankten an verschimmelten Maissiloballen, die ein Bub beim Spielen durchstochen hatte.

Landwirt in Notlage

Bub spielt Streich auf Bauernhof - 30 Kühe tot

Opfenbach - Mehr als 30 tote Kühe und eine Landwirtsfamilie in finanzieller Not: Der Streich eines Buben sorgt auf einem Hof in Opfenbach im Westallgäu für Probleme.

Der Elfjährige hatte zusammen mit seinen Eltern im vergangenen Oktober Urlaub auf dem Bauernhof gemacht. Beim Spielen durchstach er die Abdeckung mehrere Maissiloballen. In den Wochen darauf erkrankten auf dem Hof immer mehr Kühe und Kälber. Mehr als 30 Tiere mussten bislang getötet werden.

Dass ihre Kühe erkrankt sind, liege am Schimmel, der sich unbemerkt in den angestochenen Ballen ausgebreitet habe, meint die Familie. Laboruntersuchungen des Futters und einer toten Kuh hätten das bestätigt. Die Landwirtsfamilie und der Haftpflichtversicherer der Eltern des Jungen bestätigten den Vorgang der Nachrichtenagentur dpa. Der Junge habe außerdem zugegeben, für die Löcher verantwortlich zu sein. Der Haftpflichtversicherer soll nun für den Schaden aufkommen. Doch er will die 100.000 Euro nicht zahlen.

„Wir haben Zweifel, ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Anstechen der Silos und den erkrankten Kühen gibt“, erklärte ein Sprecher. Keime oder Schimmel hätten sich auch anders ausbreiten können. Für einen Versicherungsfall hätte der Junge außerdem vorab über die Folgen seiner Handlung nachdenken müssen, sagte der Sprecher.

Von einer „Enttäuschung“ spricht die Landwirtsfamilie. „Im Dezember war eine Frau der Versicherung bei uns. Sie sprach von einem klaren Fall und sicherte uns sofort 40.000 Euro Vorschuss zu. Eine Stunde später rief sie an und sagte, die Versicherung hätte entschieden, doch nicht zu zahlen“, erzählte die Landwirtin. Die Familie klagt nun gegen den Versicherer.

dpa

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