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In seiner Gartenlaube starben im Januar sechs Teenager an einer Kohlenmonoxidvergiftung, darunter zwei seiner eigenen Kinder.

Sechs Jugendliche erstickten 

Tragödie in Gartenlaube: Familienvater verurteilt

In seiner Gartenlaube starben im Januar sechs Teenager an einer Kohlenmonoxidvergiftung, darunter zwei seiner eigenen Kinder. Nun ist das Urteil im Prozess gefallen. 

Würzburg - Nach dem tragischen Kohlenmonoxid-Tod von sechs Jugendlichen in einer Gartenlaube in Unterfranken ist der Besitzer der Laube zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden. 

Die Strafe werde zur Bewährung ausgesetzt, sagte der Vorsitzende Richter Hans Brückner am Donnerstag vor dem Landgericht Würzburg. 

Der Angeklagte hatte im Technikraum seines Gartenhäuschens einen Stromgenerator aufgestellt, der nicht für Innenräume zugelassen war. Zudem versagte eine selbst gebastelte Abgasleitung an dem Abend im Januar ihren Dienst.

Die sechs Jugendlichen, darunter zwei seiner Kinder, atmeten deshalb das geruchlose, tödliche Gas ein. Sie starben Gutachtern zufolge innerhalb weniger Minuten. Experten bezeichneten die Rohrkonstruktion als ungeeignet, die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, Warnhinweise „in nicht nachvollziehbarer Weise missachtet zu haben“. Der Vater selbst fand die Toten am Tag nach der Geburtstagsparty für seine Tochter, als er nach dem Rechten sehen wollte.

Der Staatsanwalt und ein Nebenklage-Anwalt hatten eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung gefordert, ein zweiter Nebenklage-Anwalt plädierte auf zwei Jahre Haft ohne Bewährung.

Die Verteidigung wollte indes einen Schuldspruch ohne Strafe, da der Mann durch den Verlust seiner Kinder schon gestraft genug sei.

In diesem Fall könne der Paragraf 60 des Strafgesetzbuches (StGB) greifen, sagte Verteidiger Hubertus Krause am Donnerstag vor dem Landgericht Würzburg. „Strafe bringt uns keine Kinder zurück.“ 

Das besagt der §60 StGB

Der Paragraf 60 besagt, dass von der Bestrafung eines Täters abgesehen werden kann, wenn er durch seine Tat selbst so schwer getroffen ist, dass eine verhängte Strafe offensichtlich verfehlt wäre.

52-Jähriger entdeckte die toten Teenager

Der 52 Jahre alte Mann und Besitzer der Gartenlaube hatte bei der Tragödie im Januar in Arnstein auch zwei seiner Kinder verloren. Die 18 und 19 Jahre alten Jugendlichen starben, weil sie unbemerkt giftige Gase eines benzinbetriebenen Stromgenerators eingeatmet hatten. Das Gerät ist nicht für Innenräume zugelassen, stand aber im Technikraum der Laube.

Der Franke war zunächst wegen sechsfacher fahrlässiger Tötung angeklagt. Das Gericht beschränkte das Verfahren am Donnerstag allerdings auf vier Fälle, weil der Familienvater durch die Tragödie selbst schwer getroffen wurde. 

Die Staatsanwaltschaft forderte zwei Jahre Haft auf Bewährung. Ein Nebenkläger-Anwalt schloss sich dem an, ein zweiter forderte zwei Jahre Haft ohne Bewährung.

Das Unglück sorgte in der Ortschaft Arnstein für große Erschütterung. Eine emotionale Traueranzeige für das Liebespaar Rebecca (18) und René (19), das ebenfalls in der Gartenlaube starb, erschien in der Mainpost.

Video: Tote Teenager in Gartenlaube: Vater äußert sich umfassend

Tote in Gartenlaube: Prozess nach Tragödie von Arnstein

dpa/Video: Glomex

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