Nach der Obduktion

Toter in Ingolstadt: Rätsel um Rentnermord

Ingolstadt - Der Anfang der Woche in Ingolstadt tot aufgefundene 67-Jährige ist - wie vermutet - Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Die Umstände seien laut Polizei aber "nebulös".

Der Helmut sei immer ein total Lieber gewesen. Einen Fremden hätte der nie in die Wohnung gelassen. Und überhaupt, warum musste der nette Nachbar sterben? Die Bewohner eines Mietshauses im Stadtteil Kothau in Ingolstadt stehen unter Schock. Montagnachmittag starb ihr Nachbar, der 67-jährige Helmut P. – ermordet. Von wem, weiß keiner. Die Kripo hat eine Ermittlungsgruppe gebildet.

Hilferufe hätten sie mitbekommen. Doch keiner der Nachbarn habe direkt an den Helmut gedacht. Eine 16-jährige Schülerin hörte am Nachmittag zuerst die Rufe, dann Getrampel und Gerumpel. „Ich dachte, irgendwer streitet“, sagte sie gegenüber dem Donaukurier.

Dass Helmut P. in der Wohnung nebenan gerade um sein Leben kämpft, ahnt da noch keiner. Zur selben Zeit hört eine Bewohnerin zwei Etagen über der Wohnung des Rentners den Tumult. Sofort rennt sie zum Nachbarn gegenüber, macht ihn auf den Lärm aufmerksam. Dieser fasst sich ein Herz und läuft die Treppen hinab – zu Helmut P.s Wohnung. „Ich habe geklingelt, geklopft, doch nichts hat sich getan.“ Als er gerade auf dem Absatz kehrtmachen will, öffnet sich doch die Wohnungstür. „Den Typen habe ich noch nie gesehen gehabt“, berichtet er. Der Unbekannte hat einen auffälligen roten Fleck über einem Auge und hatte viele Sprenkel im Gesicht, wie Blut, wird der Nachbar später zur Polizei sagen. Der Mann stürmt an dem Rentner vorbei – und sagt noch: „Die Hilfeschreie waren nur ein Scherz.“ Dann ist er verschwunden.

Mit einem Zweitschlüssel wagen sich die beiden Nachbarn dann in die Wohnung von Helmut P. – und finden sich am Tatort eines Gewaltverbrechens. Der 67-Jährige liegt am Boden, überall ist Blut. Eine spätere Obduktion ergibt: Helmut P. wurde umgebracht.

Was ist nur passiert, welche Vorgeschichte gibt es zu dem rätselhaften Mord? Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf den Unbekannten aus der Wohnung. Laut Donaukurier gab es bereits zwei Festnahmen, die allerdings nicht zum Täter führten.

Rubriklistenbild: © dpa

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