Totes Baby: Eltern der Angeklagten sagen nicht aus

Würzburg - Die Eltern einer wegen Totschlags angeklagten Abiturientin haben am Dienstag vor dem Landgericht Würzburg nichts zu den Vorwürfen gegen ihre Tochter gesagt.

"Ich möchte keine Angaben machen", erklärten sowohl der 61 Jahre alte Lehrer als auch seine Frau, eine 56 Jahre alte Steuerfachgehilfin aus einer Gemeinde im Spessart.

Deren 22-jährige Tochter hatte zu Prozessauftakt gestanden, ihr Neugeborenes kurz nach der Geburt mit einem Handtuch zugedeckt zu haben, auch das Gesicht. Sie habe das Kind wärmen wollen, der Bub erstickte allerdings. Die Angeklagte bestreitet, ihr Baby absichtlich getötet zu haben.

Die junge Frau hatte den Buben Anfang August 2008 alleine in ihrer Einliegerwohnung im elterlichen Haus entbunden. Niemand soll zuvor etwas von der Schwangerschaft bemerkt haben. Sie selbst verheimlichte es sogar vor dem Vater ihres Kindes. Vor Gericht hatte die 22-Jährige ihr Schweigen damit begründet, dass sie Angst vor ihrem strengen Vater gehabt habe. Der 61-Jährige soll die erwachsene Frau mit Ohrfeigen diszipliniert haben. Als der Mann vor Gericht erschien, blickte die zierliche Angeklagte verunsichert zu Boden, ihr selbstsicher auftretender Vater würdigte sie keines Blickes. Die Mutter der 22-Jährigen sagte zu ihrer Tochter lediglich "Tschüss Bell" und verließ den Gerichtssaal.

Nach Ansicht der Anklage hat die junge Mutter den Tod des Säuglings billigend in Kauf genommen. Laut Obduktion war der Säugling lebensfähig. In einer verlesenen Erklärung eines Rettungsassistenten, der das Baby vor Ort untersucht hatte, hieß es: "Das EKG zeigte ein Nulllinie bei dem Säugling an." Mit einem Urteil gegen die Angeklagte wird Mitte Juli gerechnet.

dpa

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