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Bergung im Zillertal: Retter bei einem Verschütteten.

Lawine zerstört Liebesglück von Haushamer Paar

Zillertal - Eine Lawine zerstörte die junge Liebe von Elke F. und Nikolaus H. Verschüttet unter den Schneemassen hat Nikolaus H. mit einem Handy seine Retter zu sich navigiert. Seine Freundin lag tot neben ihm.

Ihr Glück war perfekt: Erst vor Kurzem waren Elke F. (27) und Nikolaus H. (35) in Hausham (Kreis Miesbach) zusammengezogen. Gemeinsam träumten sie von Kindern und einem eigenen Haus – doch das Schicksal wollte es anders: Am Donnerstag zerstörte eine Lawine ihre junge Liebe. Zwar konnten die Bergretter Nikolaus aus den Schneemassen bergen, doch für Elke kam jede Hilfe zu spät.

Zillertal: Tourengeher ruft aus Lawine Retter an

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Der weiße Tod greift nach dem Paar am Donnerstagmittag auf der Abfahrt vom 2244 Meter hohen Sonntagsköpfl in Richtung Maschentalalm. Das liegt in der Hochfügen-Region im Tiroler Zillertal. Ein Schneebrett löst sich und reißt die beiden Tourengeher in die Tiefe. Als sie schließlich – ganz nah beieinander – zum Liegen kommen, ist Elke tot und ihr Lebensgefährte Nikolaus lebendig begraben. Ein kleines Loch lässt ihm gerade genug Luft zum Atmen, aber er kann sich kaum rühren. „Der war wie einbetoniert“, berichtet Bergretter Michael Knauer (44) aus Kaltenbach. Doch Nikolaus H. ist ein Kämpfer: Millimeterweise verschafft er sich Stück für Stück mehr Bewegungsfreiheit. Aber die Uhr tickt gegen ihn, denn der Körper verliert schnell an Temperatur. Die Nacht bricht schon herein, da kommt er endlich mit den Fingern an sein Handy und drückt die Notruftaste.

Die Rettungskräfte können kaum glauben, was sie dann hören. Knauer: „Er hat erzählt, dass seine tote Freundin neben ihm liegt. Das berührt einen sehr.“ Doch die Lage ist extrem schwierig. Die Lawine ist in einem schwer zugänglichen Gebiet heruntergekommen. Ein Aufstieg in der Dunkelheit ist für Knauer und seine Kollegen lebensgefährlich. Und Knauer weiß: „Heuer sind in den Alpen schon neun Bergretter in Lawinen ums Leben gekommen.“ Aber natürlich wollen alle helfen.

Da kommt der Zufall der Gruppe zu Hilfe. Einer der Hubschrauberpiloten ist trotz Dienstschlusses noch da, um einen Heli durchzuchecken. Er startet sofort. Doch wohin? Die Lawine im Scheinwerfer­kegel des Hubschraubers zu entdecken, ist fast unmöglich. Es gibt nur eine Lösung: Nikolaus H. übernimmt die Navigation. Knauer: „Er hat mit ,lauter‘ und ,leiser‘ am Handy beschrieben, ob der Hubschrauber näher kommt. Schließlich werden Suchhund und Bergretter abgeseilt, wenig später wird der Schlossermeister entdeckt.

Doch noch sind die Helfer vorsichtig. Sie haben Angst vor dem Bergungstod, ein Phänomen, das immer wieder bei Menschen mit Unterkühlung auftreten kann, wenn man sie aufwärmt – weil das Herz extrem temperaturempfindlich ist.

Doch Nikolaus H. übersteht auch diese kritische Phase. Nach acht Stunden im Eis wird er schließlich ins Krankenhaus nach Innsbruck geflogen. 30 Minuten später ist auch der Leichnam seiner Freundin Elke geborgen. Körperlich soll sich Nikolaus H. am Freitag bereits auf dem Weg der Besserung befunden haben. Wie aber mag es in seinem Herzen aussehen. Wenn Michael Knauer an die Gespräche am Handy mit dem Verunglückten denkt, bekommt er immer noch eine Gänsehaut: „Die psychische Belastung, in der dieser Mann war, ist unvorstellbar.“

Die Tour, die Nikolaus H. und seine Freundin Elke unternahmen, gilt übrigens als recht einfach und relativ lawinensicher. Am Donnerstag galt aber die Lawinenwarnstufe 3 – und die bedeutet schon, so Knauer, „das ist gefährlich. Aber wenn wenig Schnee liegt, wird die Gefahr oft unterschätzt. Denn entscheidend sind nicht nur die Schnee-, sondern auch die Windverhältnisse. Und die waren in diesem Fall fatal.“

WdP

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