Schöne Aussichten bietet in Oberbayern nicht nur das Bergpanorama wie hier das Wetterstein-Massiv bei Garmisch-Partenkirchen. Die Tourismusbranche im Freistaat freut sich über Rekordzahlen. Foto: bestprice images

Rekordergebnis für den Freistaat

Tourismus-Boom: Zum Entschleunigen nach Bayern

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Die Tourismus-Zahlen in Bayern haben sich in den vergangenen Jahren nur in eine Richtung bewegt: aufwärts. Die Welt ist gern zu Gast im Freistaat. Dieser Trend blieb auch im vergangenen Jahr bestehen. 2016 war ein Rekordjahr – mit wenigen Ausnahmen.

München – Was Touristen an Bayern so lieben, ist das „Wurzelerlebnis“. Dieses Wort hat sich jedenfalls die Chefin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Angela Inselkammer, einfallen lassen – Tradition, Gemütlichkeit und viel Natur, das alles unter einem Hut ist es vermutlich, was so ein Wurzelerlebnis ausmacht. Offenbar ist das bayerische Urlaubsgefühl wirklich eine tiefgründige Erfahrung, denn der Freistaat steht als Urlaubsregion weiter hoch im Kurs. Das belegen die Gästezahlen für das Jahr 2016, die Tourismus- und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) gestern in München vorstellte.

Besonders die Alpenregion profitiert

In Oberbayern, dem traditionell besucherstärksten Regierungsbezirk, ist es vor allem die Alpenregion, die von dem Besucherandrang profitiert – so wie der Landkreis Garmisch-Partenkirchen, der fast fünf Prozent mehr Übernachtungen verzeichnet als zuvor. Sogar Landkreise wie Dachau und Mühldorf verzeichnen starke Zuwächse an die zehn Prozent – auch wenn dort die absoluten Zahlen zeigen, dass das große Geschäft mit den Touristen anderswo gemacht wird. Weniger Übernachtungen als im Vorjahr verbuchten lediglich die Landkreise Fürstenfeldbruck und München sowie die Landeshauptstadt selbst, was wohl auf die Sicherheitsbedenken der Besucher nach dem Amoklauf von München am 22. Juli 2016 zurückzuführen ist. Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb im Jahr 2016 im Landkreis München und im nahe gelegenen Fürstenfeldbruck weniger Gäste als im Vorjahr übernachteten.

Gastgewerbe zählt „zu den wichtigsten Arbeitsbeschaffern“

Angesichts der unterm Strich dennoch starken Zahlen hat Hotel- und Gaststätten-Chefin Inselkammer viel Lob für ihre Branche übrig. Vor allem auf dem Land, dort wo sich „andere Branchen zum Teil seit Langem zurückgezogen haben“, zähle das Gastgewerbe „zu den wichtigsten Arbeitsbeschaffern“.

In dasselbe Horn stieß auch der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäder-Verbands, Klaus Holetschek. Seine Branche zeichnet verantwortlich für mehr als ein Viertel der Übernachtungen im Freistaat – unter den Top-12-Reisezielen in Bayern sind acht Heilbäder und Kurorte. „Die Menschen wollen etwas für ihre Gesundheit tun, und wir haben die Angebote“, kommentierte Holetschek das Vorjahresplus von 5,4 Prozent bei den Heilbädern. Diese profitierten auch von der alternden Bevölkerung – die Nachfrage nach Rehamaßnamen und geriatrischen Angeboten steige.

Nachlegen im Premiumsektor

Um sich gegen die nationale und internationale Konkurrenz weiterhin zu behaupten, will der Freistaat nun vor allem im Premiumsektor nachlegen. 15 Millionen Euro nimmt das Wirtschaftsministerium in die Hand, um mehr Qualität im Gastgewerbe zu fördern. „In Bayern soll besser gegessen, besser gelebt und besser geschlafen werden“, kündigt Aigner an. „1A-Angebote“ seien „das Herzstück des Tourismus“.

Wie bringt man immer weiter steigende Besucherzahlen und den Ausbau beim Premium-Tourismus mit dem bayerischen „Wurzelerlebnis“ zusammen? Nachhaltigkeit ist das Stichwort, das Martin Spantig besonders betont. Er ist Geschäftsführer der Bayern Tourismus Marketing, die die bayerische Freizeitindustrie offiziell vermarktet. 60 Prozent der Gäste kommen ihm zufolge wegen der Landschaft und der Natur nach Bayern – sie seien auf der Suche nach Ruhe, Entschleunigung und Entspannung. Der Erhalt dieser Gegebenheiten, gemeinsam mit der regionalen Kultur und Kulinarik, ist daher laut Spantig für den Tourismus, insbesondere auf dem Land, „pure Notwendigkeit“.

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