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Merkur-Redakteur Stefan Sessler.

Neue wege gehen

Kommentar zum Tourismusrekord in Bayern: Mehr Mut, bitte!

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Der Tourismus in Bayern boomt und doch fehlt es im Freistaat oft an den typisch bayrischen Angeboten. Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Stefan Sessler.

Bei bayerischen Tourismusrekorden verhält es sich wie bei Meisterschaften des FC Bayern: Sie werden derart regelmäßig eingefahren, dass man sich längst daran gewöhnt hat. Aber vor lauter Dauerjubel sollte man eine Sache nicht aus den Augen lassen: In der Landeshauptstadt eröffnet ein Hotel nach dem anderen, alleine rund um den Münchner Hauptbahnhof könnte man inzwischen halb West-Unterfranken unterbringen. Trotzdem fehlt es außerhalb der Boom-Region München-Augsburg-Freising in der Breite an gehobenen Hotelangeboten, an kleinen Juwelen mit heimischer Butter zum Frühstück, einer geführten Wanderung zum Mittag und einem Blick auf die Zugspitze beim Abendessen.

Es gibt sie, die bayerischen Hoteliers, die neue Wege gehen, keine Frage. Aber es gibt zu wenige. Da hat man den Eindruck, dass sie zum Beispiel in Südtirol weiter sind. Wahrscheinlich liegt darin die Zukunft – und die größte Baustelle: Der Trend geht immer öfter zum Kurzurlaub. Zu lange im Voraus geplanten, im Internet hoch und runter recherchierten Auszeiten vom Alltag. Was hier gefragt ist, ist Mut zu individuellen Lösungen: Wie wäre es, man darf als Gast ja noch träumen, mit einem Stück Überraschungskuchen auf dem Zimmer? Oder einer wunderschönen Pension mit einem handgeschreinerten Massivholzbett zum Schlafen? Mit moderner alpenländischer Architektur? Was man sich im Freistaat wünschen würde: noch mehr mutige Hoteliers. Denn sie entscheiden mit, ob Bayern das Sehnsuchtsland bleibt, das es aus gutem Grund ist.

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