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Zum ersten Mal ist in Bayern eine Frau an die Spitze eines regionalen Trachtenverbandes gewählt worden.

Trachtler wählen erstmals Frau an ihre Spitze

Augsburg - Revolution beim Bayerischen Trachtenverband: Erstmals ist im Freistaat eine Frau an die Spitze eines der 22 regionalen Trachtenverbände gewählt worden.

Die 64-jährige Marianne Hinterbrandner aus Augsburg führt künftig den Altbayrisch-Schwäbischen Gauverband mit rund 5000 Mitgliedern.

In der 127-jährigen Geschichte des Trachtenverbands hat es dies noch nicht gegeben. Der Landesvorsitzende Otto Dufter bezeichnet die Wahl einer Frau am Dienstagabend als “Akt der Emanzipation“. Möglicherweise habe es auch keinen geeigneten männlichen Kandidaten gegeben, meinte Dufter. “Vereinsvorständinnen haben wir schon mehrere, aber Gauvorständinnen haben wir bis dato noch keine gehabt.“

Laut Marianne Hinterbrandner reagieren bislang die Gauvorstände der 21 anderen Trachtenverbände “sehr zurückhaltend“ auf die Wahl der ersten bayerischen Trachtenverbandschefin. “Es wird ein bisschen verschwiegen“, meinte sie über ihre Karriere bei den Trachtlern. “Eine Frau in diesem heiligen Gremium, ist für manche Herren ein rotes Tuch.“

Bislang war Hinterbrandners Ehemann Gerhard Chef des Gauverbands in Augsburg. Aus gesundheitlichen Gründen musste er allerdings den Posten aufgeben. Dies hatte er bereits vor etwa einem Jahr angekündigt. Seitdem wurde beim Altbayrisch-Schwäbischen Gauverband ein Nachfolger gesucht.

“Wir hätten einen geeigneten Kandidaten gehabt, der konnte es aber aus beruflichen Gründen nicht machen“, erklärte die neue Verbandschefin. “Und jetzt bin ich es geworden.“ Sie habe ihre Kandidatur relativ kurzfristig erklärt. “Es war einfach nötig, um den Gau handlungsfähig zu erhalten.“

dpa

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