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In dem BMW wurde drei Menschen verletzt, unklar ist, wer den Unfall verursachte.

Ein Unglück wird zur Attraktion

"Trauben von Schaulustigen" bei tödlichem Unfall

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Cham - Bei einem Massen-Zusammenstoß nahe Cham ist eine Frau getötet worden, 17 weitere Menschen wurden verletzt. Die Unglücksstelle wurde zum Anziehungspunkt für Gaffer.

Es dauerte nur wenige Sekunden, um aus der Bundesstraße 20 bei Cham ein Trümmerfeld zu machen. Am Freitagabend waren dort ein BMW 318i und ein VW Lupo zusammengestoßen, vier weitere Fahrzeuge wurden beim Ausweichen von herumfliegenden Teilen selbst in Kollisionen verwickelt. Am Ende stand eine schreckliche Bilanz: Eine Frau (32) aus Roding ist tot, 17 weitere Menschen wurden verletzt, fünf von ihnen schwer.

Selbst erfahrene Retter konnten sich an einen solchen Unfall nicht erinnern. Und nur wenige von ihnen, dass ein Unfall für Schaulustige eine solche magnetische Anziehungskraft entwickelt. Weil nämlich die Stelle günstig am Gewerbepark mit seinen vielen Parkplätzen lag und sich die Nachricht vom Massencrash schnell über soziale Medien verbreitete, wollten viele das von der Böschung aus auch sehen. „Das hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet“, sagte der Chamer Feuerwehrkommandant Markus Reittinger der tz. Er will die Leute nicht verurteilen. „Sie verhielten sich zurückhaltend und haben uns auch nicht behindert, wie es mal hieß. Schaulustige gab es ja schon immer. Jetzt hat halt jeder ein Smartphone dabei.“ Doch komisch sei es andererseits schon, wenn man in einer solchen Situation immer irgendwo den Schein eines Handylichts sieht.

Ein Unfall als Attraktion, als Event. Sogar gegen Mitternacht, als man beim Aufräumen war, vier Stunden nach dem Unfall, kamen noch Leute mit Smartphones vorbei: Schnell noch ein Foto machen! Zuvor hatte Reittinger sogar „Trauben von Schaulustigen gesehen“. Die ganz heiße Phase, die Rettung der Verletzen und die Bergung der Toten, war aber da bereits vorüber.

Drei Feuerwehren, an die 60 Einsatzkräfte der Rettungsdienste, dazu zwei Hubschrauberbesatzungen kümmerten sich um Autoinsassen und Verletzte. Die Trümmer lagen auf einer Länge von 200 Metern verstreut. Eine Stunde lang versuchten die Helfer am Ende vergebens, das Leben der Frau, die als Beifahrerin im Lupo gesessen war, zu retten. Pfarrer Josef Schemmerer aus Chammünster erteilte ihr die Absolution und segnete die Frau. Dann betete er mit den Rettungskräften und den Feuerwehrleuten ein letztes Vaterunser für die Verstorbene. Er sagte danach laut Mittelbayerischer Zeitung zu den Helfern: „Lassen Sie sich durch den Tod nicht entmutigen, sondern führen Sie sich vor Augen, dass Sie dieser Frau in ihrer Not großen Beistand geleistet haben.“

mc

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