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Verlor bei dem Unfall einen guten Freund: Alex S. (kl. Bild, r.) kann sich nicht erklären, warum Jonathan R. (kl. Bild, l.) mit seinem Motorrad in die Familie gerast ist.

„Er war kein rasender Stuntfahrer“

Unfalldrama im Allgäu: Freund nimmt Verursacher in Schutz

Noch immer gibt der schreckliche Unfall im Allgäu mit vier Toten Rätsel auf. Ein Freund des verstorbenen Motorradfahrers räumt nun mit Gerüchten auf, dieser hätte Stunts vollführt.

Immenstadt - Fassungslos ist das Wort, das die Stimmung in Immenstadt und Haldenwang beschreibt. Und über allem schwebt die eine Frage: Warum nur? Warum nur mussten Mama Anni (†48) und ihre Kinder Julia (†16) und Patrick (†14) vor den Augen des Vaters sterben? Auch gut eine Woche nach dem Unfalldrama mit vier Toten sind die Menschen im Allgäu zutiefst betroffen: Jonathan R. (24) hatte am Dienstagabend die Kontrolle über sein Motorrad verloren und war in die Familie gerast. Auch der junge Mann überlebte den tragischen Unfall nicht.

Die Trauer ist riesig. Blumen und Kerzen zieren die Unfallstelle neben dem Kürbisfeld, an dem Anni mit ihren Kindern stand. Auf einer Karte steht: „Wir vermissen euch so sehr!“ Vermutlich wollten die drei schnell ein, zwei Kürbisse kaufen, dann zurück zum Auto und ins heimische Haldenwang fahren. Doch gegen 19.30 Uhr geschah das Unglück: Jonathan R. nahte mit seinem Motorrad auf der Straße. Warum er in die Familie schleuderte, müssen Polizei und Gutachter noch klären.

Motorradfahrer vollführte keinen Wheelie

Entgegen einer ersten Einschätzung der Ermittler war an dem Unfall doch kein sogenannter Wheelie (Fahren auf dem Hinterrad) schuld. Das bestätigt auch Alex S., ein guter Freund des getöteten Motorradfahrers. Die beiden waren an jenem Dienstagabend zusammen auf Tour gewesen. Alex fuhr nur wenige Meter hinter Jonathan. Sie wollten zum See, als er Zeuge des schrecklichen Unfalls wurde. Alex S. ist sich sicher: „Jonathan machte keinen Wheelie.“

Gegenüber dem „BR“ schilderte er den Unfall: „Ich habe nicht direkt mitgekriegt, warum er ins Schleudern geraten ist, ich habe nur gesehen, dass er auf dem Motorrad hing und versucht hat, die Kontrolle wiederzuerlangen.“ Anschließend sei er auf die linke Spur geraten und in die Gruppe hineingefahren. Alex fuhr sofort rechts ran und rief den Notarzt. Er rannte zu seinem Kumpel, der am Boden lag. Eine Frau kümmerte sich bereits um ihn und sagte: „Er hat noch Puls.“ Hinter ihnen lag die 48-jährige Anni. Alex kümmerte sich um sie, machte eine Herzdruckmassage - ohne Erfolg.

„Jonathan war kein rasender Stuntfahrer“

Noch immer ist Alex S. von den schrecklichen Ereignissen traumatisiert. Doch ihm ist wichtig, dass die Menschen wissen: „Jonathan war kein rasender Stuntfahrer.“

Für den Mann, der seine Frau Anni und seine Kinder Julia und Patrick auf einen Schlag verloren hat, ist das kein Trost: Er muss ohne die Menschen weiterleben, die er am meisten geliebt hat.

aw

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