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In Thalmässing findet am Sonntag eine Trauerandacht für die verhungerte Sarah statt.

Die traurigste Beerdigung des Jahres

Mühlstetten - Es war eine schlichte Zeremonie, nur fünf Menschen folgten dem schneeweißen Sarg der kleinen Sarah (3): Fünf Tage nach ihrem Hungertod ist das Mädchen aus Thalmässing am Samstag auf dem Dorffriedhof von Mühlstetten (Kreis Roth) beigesetzt worden.

Ein Holzkreuz erinnert nun an das unvorstellbare Martyrium der Kleinen. Die dreijährige Sarah war am vergangenen Montag in einer Nürnberger Klinik an Unterernährung gestorben. „Manchmal verlässt uns ein Kind, ein Kind, das den Ruf von drüben lauter vernommen hat als die Stimme des Lebens“, schrieb Pfarrer Johannes Arendt (59) auf eine Karte aus rosa Karton, die er aufs Grab niederlegte. In der Stunde des Abschieds wollte er nicht urteilen über die Versäumnisse der Mitmenschen, der Angehörigen von Sarah. „Die Frage nach der Verantwortung und der Schuld darf bei einer Beerdigung keine Rolle spielen“, sagte er nach der Trauerfeier. „Es ist nicht unsere Sache zu richten.“

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Sarahs Eltern nahmen nicht an der Beerdigung ihrer Tochter teil. Vater Patrick R. (29) sitzt wegen Totschlags durch Unterlassen in U-Haft, Mutter Angela (26) liegt in lebensbedrohlichem Zustand in der Klinik. Nur ihre Großeltern und drei weitere Verwandte begleiteten die kleine Sarah auf ihrem letzten Gang. Sie legten ein Blumengebinde aus gelben Rosen und Sonnenblumen auf das Grab. Polizisten schirmten den Friedhof während der Zeremonie ab. Die Gemeinde hatte eigens ein Betretungsverbot für das Areal für diesen Zeitraum erlassen.

Der evangelische Pfarrer Arendt aus Georgensgmünd war von Sarahs Angehörigen um seelsorgerischen Beistand gebeten worden. Er sagte im Anschluss: „Sarah hat einen grausamen Hungertod erlitten. Wenn wir dieses Mädchen beerdigen, wollen wir damit ausdrücken, dass auch sie ein Kind Gottes ist. Wir bezeugen angesichts des grausamen Schicksals dieses Kindes, dass es eine unantastbare Würde des Menschen gibt.“ Derweil kritisierte die bayerische Familienministerin Christine Haderthauer die Nachbarn der Familie scharf: „Jetzt plötzlich meldeten sich in den Medien Anwohner, ihnen sei ja schon immer alles seltsam vorgekommen“. Doch niemand habe zur Verantwortung gestanden, dem Jugendamt rechtzeitig zu sagen: Könntet Ihr da mal bitte nachschauen, was da los ist, sagte die CSU-Politikerin dem Focus. Natürlich seien die Nachbarn nicht schuld an dem Verbrechen. Haderthauer: „Familie und Kindeswohl sind nicht allein Privatsache, sondern gehen jeden an.“ Während die Politikerin eine Lösung für die Versäumnisse suchen will, gedachten am Sonntag rund 250 Bewohner von Thalmässig in einer öffentlichen Trauerfeier der kleinen Sarah.

tz

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