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Sophie und ihr Vater: Am Dienstag nahm Stein von ihnen Abschied.

Sophies Lieblingslied sollte alle trösten

Traunreut/Stein a.d. Traun - Mit den traurigen Worten und Mundharmonika-Klängen Bob Dylans hat am Dienstag die Trauerfeier für die beiden Todesopfer von Stein begonnen. Die Anteilnahme ist enorm.

Trauerfeier für Opfer von Felssturz

„The answer my friend is blowin‘ in the wind“

Mit den traurigen Worten und Mundharmonika-Klängen Bob Dylans begann am Dienstag die Trauerfeier für die beiden Todesopfer von Stein. Sophie B. (18) und ihr Vater Peter (45) waren vor über eine Woche bei einem gewaltigen Felssturz ums Leben gekommen.

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Eine Anwort auf das schlimme Unglück – es gibt sie nicht. Fast 300 Familienangehörige, Freunde, Mitschüler, und auch die Bewohner derLebenshilfe-Gruppe, die Peter B. betreute, versammelten sich am Dienstag in der Aussegnugshalle des Waldfriedhofs in Traunreut. Dicht an dicht gedrängt standen sie in und vor der Halle, hielten sich in den Armen. Bürgermeister Franz Parzinger sprach zur Trauergemeinde – voller Schmerz schilderte er das Unglück und wie es die Menschen in Stein und Traunreut schockiert hat. „Als ich am Montagabend am Unfallort eintraf, war das Haus, das seit über 100 Jahren hier stand, wie auf einem Blatt Papier ausradiert. Diese Situation löste bei mir und allen anderen großes Entsetzen aus. Hilflos standen wir einem Naturereignis gegenüber, und uns wurde klar, wie verwundbar und zerbrechlich unser Leben ist.“

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„Augenblicke und Zentimeter entschieden und trennten die Familienmitglieder von Leben und Tod“, fuhr Parzinger fort und stellte Fragen: „Warum gerade zu dieser Zeit, wo sich alle zu Hause befanden?“

Die „Flying Fences“, die Band, in der der Verstorbene Saxophon gespielt hatte, spielte zwei Stücke, Freunde von Sophie legten Kerzen nieder – zur Musik von Nick Cave’s „Into my Arms“. Sophie hatte einmal erwähnt, dass dieses Lied bei ihrer Beerdigung gespielt werden sollte. Dann sagte Friedbert Mühldorfer, ein Freund der Familie vom Bund der Antifaschisten im Kreis Traunstein, sehr persönliche Worte über seinen Freund: „Es war Peters Art, mit Signalen der Umwelt umzugehen, zu hören, zuzuhören, zuerst dem eigenen Fühlen und Denken nachzuspüren, nochmals zu warten, und dann erst Antworten und Fragen zu formulieren.“

Peter war ein großer Optimist – obwohl ihn „die Schrecklichkeiten dieser Welt“ schmerzten. Peter ging „den mühevollen Weg vom Schreiner zum sozialen Beruf, in dem er viel weitergeben konnte von seinen Fähigkeiten im Umgang mit Menschen“. Dieser lange Atem habe sich auch darin gezeigt, wie „bedächtig und liebevoll er zusammen mit Uschi ihr Haus in einen wirklichen Ort der Geborgenheit für die ganze Familie verwandelte“. Friedbert Mühldorfer sprach auch von Peters besonderen Art des Humors: „nie vordergründig, nie laut lachend, sondern eingestreut als trockene Bemerkung, witzig und genau treffend“.

Sophie habe so viel von Peters und Uschis Toleranz und Vertrauen aufnehmen können und als Grundlage genommen für ihre eigene, recht kritische Nachdenklichkeit für die eigene Zurückhaltung. Mühldorfer schloss mit den Worten: „Lebendig bleiben die Gedanken an euch, die guten Bilder, die ihr in uns hinterlassen habt. Dafür danken wir und versprechen euch, uns um Uschi und Leon zu kümmern.“

Besonders ergreifend für alle war es, als Sophies Freunde ein Video zeigten – mit Fotos von Sophie. Sophie in der Schule, Sophie beim Sport... So lebendig, als sei sie mitten unter ihnen. Nach einem letzten Lied von Peters Band „Flying Fences“ wurden die Särge an der Trauergemeinde vorbei hinausgetragen und abtransportiert. Bruder Bernhard Schätz sagte anschließend mit Tränen in den Augen, aber doch gefasst: „Es war genau im Sinne von Peter und Sophie. Uschi und Leon wissen, dass heute die Trauerfeier stattgefunden hat.“ Nach einem Beisammensein der Verwandten und Freunde in einem Gasthaus wollte Schätz sofort wieder in die Klinik fahren. Die Toten werden eingeäschert, die Beisetzung soll „zu einem späteren Zeitpunkt sein, wenn Uschi und Leon teilnehmen können.“

Andrea Stinglwagner

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