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Der 63-jährige Angeklagte muss sich wegen Doppelmord vor dem Landgericht in Traunstein verantworten. 

Lebenskrise als Auslöser?

Traunreuter isst erst Brotzeit mit Kneipengästen, dann erschießt er sie

Schüsse im Traunreuter Pub: Zweifacher Mord und zweifach versuchter Mord werden einem 63-Jährigen vorgeworfen. Heute beginnt der Prozess.

Update um 16:30

Der Angeklagte Ferdinand F. will sich an die Tat nicht erinnern können und macht Gedächtnislücken geltend. Diese zweifelt der vorsitzende Richter an. „Das ist doch lächerlich, was Sie uns hier erzählen“, sagte er laut Chiemgau24.de*. Die Beweislage ist erdrückend: Waffen, Patronen und blutverschmierte Kleidung konnte die Polizei ebenso wie DNA Spuren feststellen.

Ein Video, am Tag nach der Bluttat aufgenommen, zeigt den erschütternden Tatort. Der Prozess wird am 10. Juli fortgesetzt. Dort werden auch die Wirtin und die zweite Überlebende, eine Kellnerin, aussagen. Die Wirtin identifizierte den 63-Jährigen einen Tag nach den Schüssen als Täter. 

Vorbericht

Traunreut - Ab heute muss sich ein 63-Jährigen wegen Doppelmord vor dem Traunsteiner Landgericht verantworten. Im vergangenen Herbst soll der Mann in der Traunreuter Kneipe „Hex-Hex“ zwei Menschen erschossen haben. Zuvor soll er sich mit der Wirtin und weiteren Gästen unterhalten haben.

Laut Anklage verließ er den Pub, um kurz darauf aus seiner nahe gelegenen Wohnung mit Brotzeit zurückzukehren. Gemeinsam mit den Anwesenden habe er diese verzehrt und sich erneut kurz verabschiedet. Diesmal kehrte er laut der Anklageschrift mit einem Gewehr zurück. „Er bestreitet es nicht, aber er hat keine detaillierte Erinnerung daran, was er gemacht hat“, äußerte sich der Anwalt des Angeklagten sich im Voraus gegenüber chiemgau24.de.

Lebenskrise oder Streit als Auslöser?

Mehrere Schüsse kurz hintereinander feuerte der 63-Jährige offenbar auf die Anwesenden ab. Zwei Stammgäste des Pubs, zwei 31-jährige Männer, wurden tödlich getroffen. Die Wirtin und eine weitere Frau (28) lebensgefährlich verletzt. Wie es zu dieser Eskalation kommen konnte ist noch unklar. Anschließend soll er noch versucht haben, mit dem Gewehr zuzuschlagen.

In den Tagen nach der Tat wurde über eine Lebenskrise des 63-Jährigen spekuliert und von einem Streit berichtet, da er selbst gebrannten Schnaps in der Kneipe trinken wollte. Die Auswertung der Spuren nahm laut chiemgau24.de mehrere Monate in Anspruch.

Angeklagter hat keinen Waffenschein

Gefasst wurde der 63-jährige Mann, als er sich vor dem Lokal unter die Schaulustigen gemischt hatte. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei ein Gewehr sowie Munition, für die er offenbar keine Erlaubnis besaß.

Daraufhin wurde der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Sein Anwalt erklärte gegenüber chiemgau24.de: „Er wollte nicht morden, er war zum Zeitpunkt der Tat geistig woanders.“ Für seinen Prozess sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte noch im Juli fallen.

*chiemgau24.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Mediennetzwerkes

Sabina Kläsener

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