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Ein Bierdeckel vom Hofbräuhaus Traunstein liegt auf einem Tisch: Der Brauereichef Maximilian Sailer gibt seiner Frau Brigitte einen Kuss und sie schaut auf ein volles Weißbierglas. Die Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft hatte im Februar 2019 die Brauerei dafür kritisiert.

Werberat rügt Motive

„Hopfen und Malz erleichtern die Balz“: Traunsteiner Bierdeckelstreit nimmt bizarre Ausmaße an  

Ein Bierdeckel aus dem Hofbräuhaus Traunstein mit dem Foto des eng umschlungenen Besitzerpaares hat den Deutschen Werberat in Berlin auf den Plan gerufen.

Traunstein - Das Bild zeigt Brauereichef Maximilian Sailer, der seiner Frau Brigitte ein inniges Bussi gibt - während sie ein volles Weißbierglas anhimmelt. „Hilft in Sekunden - wirkt für Stunden“, ist dazu zu lesen. Der Bierdeckel werde seit 2005 in Millionenauflage an Kunden verteilt, sagte Geschäftsführer Josef Schumacher. „Selbstverständlich bleiben wir dabei. Da wird nichts geändert. Da sind wir wie die kleinen Gallier gegen die fernen Römer.“

Über den Bierdeckelstreit berichtet auch chiemgau24.de*. „Wir haben Beschwerden dazu erhalten und das Unternehmen zur Stellungnahme aufgefordert“, hieß es beim Werberat. Die Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft hatte im Februar an die Brauerei geschrieben, der Slogan in Verbindung mit den „sich umarmenden Protagonisten“ suggeriere, der Konsum von Alkohol könne „zu einem leichteren, unbeschwerten Lebensgefühl, auch im zwischenmenschlichen Bereich“ beitragen. „Dies könne als Aufforderung zu missbräuchlichem Alkoholkonsum missverstanden werden.“

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Nicht der erste Bierdeckelstreit: „Das Dirndl ist keine Burka“

Dass Alkohol zum entspannteren Umgang im zwischenmenschlichen Bereich beitrage, sei schließlich richtig, sagte Schumacher. „Da hat der Werberat recht“, sagte er. „Hopfen und Malz erleichtern die Balz.“

Das könnte Schumacher ebenfalls irritieren: Bayerischer Brauer darf nicht mehr mit beliebtem Trinkspruch werben

Schon früher war das Hofbräuhaus Traunstein ins Blickfeld des Werberates geraten. Auf einem Bierdeckel, der Schumacher zufolge seit 2001 im Umlauf ist, ist eine Kellnerin mit tiefem Ausschnitt und zwei Maß Bier abgebildet - mit der Frage: „Was darf's sein?“ Das hatte der Werberat 2017 als sexistisch gerügt. Auch hier blieb das Hofbräuhaus bei seinem Deckel. „Das ist eine fesche Kellnerin. Das Dirndl ist keine Burka. Das muss man mal festhalten.“

Passendes zum Thema berichtet merkur.de*Zigeunerbraten wird zum Pusztabraten: Metzgerei benennt Schinken um - weil Kunden meckern

*chiemgau24.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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