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Die JVA Traunstein am Abend des Ausbruches.

Wie im Film: Mann (28) bricht aus Gefängnis aus!

Traunstein - Es war ein Ausbruch wie im Krimi: Im Traunsteiner Gefängnis hat ein Häftling das Eisengitter seiner Zelle im dritten Stock durchgesägt und sich mit einem Strick abgeseilt.

Video:

Ein Video zum Ausbruch gibt's bei rosenheim24.de

Über den Frauentrakt der Justizvollzugsanstalt gelangte der 28-jährige Kosovare vermutlich auf die Gefängnismauer. Von dort sprang der Einbrecher, der drei Jahre Knast abzusitzen hatte, fünf Meter Meter tief in die Freiheit.

Es war am Sonntagabend gegen 22.30 Uhr, als im Gefängnis die Alarmglocken schrillten: Ausbruchsversuch im dritten Stock! Als Justizbeamte daraufhin den Hof durchsuchten, entdeckten sie im obersten Stockwerk des Gebäudes das herausgedrückte Eisengitter – und sahen mit Schrecken, dass aus dem Fenster ein Seil hing!

Wie viele Häftlinge hatten die Chance zur Flucht genutzt? Ganz offensichtlich hatten mehrere Häftlinge von der Ausbruchsaktion Wind bekommen. Doch als der Alarm schrillte, traten sie offensichtlich den Rückzug in ihre Zellen an. Eine sofort durchgeführte Zählung ergab schließlich, dass nur ein Insasse fehlte: Der 28-jährige Einbruchs­profi aus dem Kosovo. Kaum zu fassen: Der Einbrecher hat den Sprung von der fünf Meter hohen Mauer anscheinend unverletzt überstanden! „Vielleicht“, so JVA-Chef Christian Engert, „hat er eine Stelle mit weicherem Untergrund erwischt.“

Eine sofort eingeleitete Großfahndung, an der sich neben zahlreichen Streifenwagen auch Hundeführer und ein Hubschrauber beteiligten, blieb ohne Erfolg. Nach Rundfunkdurchsagen meldeten sich einige Zeugen bei die Polizei. Sie wollten verdächtige Wahrnehmungen in der Traunsteiner Innenstadt gemacht haben. Eine Frau dürfte vermutlich den Täter sogar in ihrem Haus angetroffen haben. Als er von ihr entdeckt wurde, flüchtete der Mann, der sich zur Tarnung eine Decke über den Kopf geworfen hatte. Wie der Ganove an sein Ausbruchswerkzeug kam – das Gitter zerstörte er offensichtlich erst mit Sägeblättern, um es dann aufhebeln zu können, dazu wollte JVA-Chef Christian Engert am Montag nichts sagen. „Wir werden hier keine Anleitung für einen Ausbruch geben“, meinte er auf Anfrage. „Aber natürlich wissen wir inzwischen alle Details.“

Möglicherweise hatte der Häftling bei seiner Flucht Helfer. Letzte Besucher im Gefängnis waren angeblich seine Schwester und sein Bruder. Beide sollen im Raum Regensburg leben. Die Fahndung wurde dorthin ebenso ausgedehnt wie nach Österreich. Denn aus dem Großraum Salzburg stammten die Komplizen, mit denen der 28-Jährige seine Einbrüche organisiert hatte.

Auch am Montagvormittag fehlte von dem Mann noch jede Spur. Ob der Ausbrecher zur Gewalt neigt, ist unklar. Franz Sommerauer, Pressesprecher der Polizeidirektion Rosenheim, stufte ihn aber nicht als Schwerverbrecher ein. Die Beschreibung des Flüchtigen: Er ist etwa 1,70 Meter groß, schlank, hat ein rundes, typisch osteuropäisches Gesicht mit Dreitagebart, auffälligem Grübchen am Kinn, breiter Nase, hoher Stirn und mittelblonden Stiftelhaaren. Der Ausbrecher trug keine Anstaltskleidung, sondern war möglicherweise mit einem dunklen Jogginganzug bekleidet.

RP

Fahndung

Die Polizei Traunstein bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Es wird gebeten, sachdienliche Hinweise sofort an die Polizeieinsatzzentrale in Rosenheim über Notruf 110 oder an die Polizeiinspektion Traunstein, Tel. 0861 / 98730 zu melden.

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