Schuld am Tod des besten Freundes

Traunstein – Ein Koch-Azubi (23) aus Burghausen (Kreis Altötting) ist schuld daran, dass sein bester Freund (19) tot ist.

Genau in dem Moment, als sein Spezl den Kopf aus dem Seitenfenster seines Autos reckte, kam er von der Straße ab. Der Beifahrer prallte mit dem Kopf gegen einen Telefonmasten und starb. Das Amtsgericht Traunstein verurteilte den 23-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 3500 Euro und drei Monaten Fahrverbot. Doch das war ihm zu viel Geld. Er legte Einspruch ein.

Der Mann konnte sich nicht erklären, wieso er im September 2009 mitten in der Nacht bei trockener Witterung von der Fahrbahn abkam. Wie jede Nacht fuhr er mit seinem Dienstauto Zeitungen aus; den Spezl hatte er dabei, weil dieser am Morgen einen Termin bei einem Truppenarzt hatte. Der Fahrer war nicht bewusstlos, stand nicht unter Alkohol oder Drogen. „Wenn man sich die Spuren anschaut, kommt man darauf, jemand könnte eingeschlafen sein“, sagte Richter Maximilian Lermer. Doch das bestritt der Angeklagte. „Ich weiß nicht, wie es passiert ist“, sagte er immer wieder, „und ich habe es nicht absichtlich gemacht. Er war mein bester Freund.“ Er wusste nur noch, dass sein Kumpel aus dem Fenster spucken wollte.

Der Richter reduzierte die Strafe auf 2100 Euro, weil der Azubi nur 500 Euro im Monat verdient. Das Fahrverbot von einem Vierteljahr aber blieb – denn es war der vierte Unfall in vier Jahren. „Eines Fahrverbots bedürfen Sie dringend“, betonte der Richter. Der Verurteilte gab den Führerschein noch im Gerichtssaal ab.

kd

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