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Nicht immer ist in Bayern Radlfahren gefahrlos möglich. Künftig soll es mehr Radlwege neben großen Straßen geben.

Unfallzahlen 2016

Traurige Bilanz: 68 tote Radler in Bayern

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Die Zahl der Verkehrsunfälle bei Radfahrern steigt. Bei der Helmpflicht setzt Verkehrsminister Joachim Herrmann trotzdem auf Freiwilligkeit und will das Radverkehrsnetz weiter ausbauen.

München – Die Zahl der Radler in Bayern soll steigen. Das ist das erklärte Ziel von Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU). Der Anteil der Fahrradfahrer am Gesamtverkehrsaufkommen solle von zurzeit etwa zehn Prozent bis 2025 auf 20 Prozent verdoppelt werden. Dazu soll in ganz Bayern ein durchgängiges Radverkehrsnetz entwickelt werden, „das alle Gemeinden verbindet“, wie Herrmann sagte.

Schilder und Radlautobahnen in Planung

Auch der Freistaat werde sich an den Kosten beteiligen – jedes Jahr mit 40 Millionen Euro. Auch an Kleinigkeiten wird dabei gedacht. So versprach Herrmann, dass der Freistaat die Kosten für die Erst-Aufstellung von Radwege-Schildern übernehmen werde. Große Hoffnungen setzt er auf Radlschnellwege, zuweilen auch Radlautobahnen genannt. Auf vier Meter breiten Trassen soll Tempo 30 gefahrlos möglich sein. Nach dem Vorbild des ersten deutschen Radschnellwegs Ruhr zwischen Mülheim und Essen sollen auch in Bayern zwei Schnellverbindungen gebaut werden: eine bei Nürnberg, die zweite 13 Kilometer lange Trasse zwischen München und Garching sowie Unterschleißheim. Im März gibt es dazu Bürgerveranstaltungen in beiden Kommunen. Wer die 34 Millionen Euro für den Bau bezahlt, ist aber offen.

Herrmann radelt freiwillig mit Helm

Die traurige Seite der Medaille ist, dass die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radlern in Bayern steigt – im Jahr 2016 um 4,2 Prozent auf 16 057. Über 14 600 Radfahrer wurden verletzt. Bei der Zahl der Todesopfer gibt es zwar einen Rückgang um 16 Prozent, dennoch ist die Zahl von 68 Toten erschreckend, sagte Herrmann. Er erwähnte auch, dass die Zahl der verletzten und toten Pedelec- und E-Bike-Fahrern steigt. Eine Helmpflicht lehnt der Minister dennoch ab. Er setze wie bei den Skifahrern auf Freiwilligkeit und fahre auch selbst immer mit Helm, betonte er. In der neuen Broschüre „Radverkehrsprogramm Bayern 2025“ ist der Minister auf dem Radl abgebildet – allerdings unbehelmt.

Dirk Walter

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