+
Macht weiterhin Probleme: der ET 440.

Triebzug-Probleme: Freistaat bestraft Bahn

München - Ein neuer Triebzug der Deutschen Bahn erweist sich als Pannenfahrzeug. Deshalb bestraft der Freistaat jetzt das Unternehmen. Die Deutsche Bahn sucht die Schuld bei den anderen.

Der Donau-Isar-Express zwischen München und Passau und der Fugger-Express München-Augsburg fahren mit neuen Treibzügen des Typs ET 440. Die alten Doppelstockwagen wurden verbannt. Seitdem reißt die Flut der Klagen nicht ab: Zu geringe Sitzplatzkapazität, Probleme durch überdimensionierte Toiletten, nicht funktionierende Klimaanlagen. Die Qualität des Fahrbetriebs sei „nicht zufriedenstellend“, moniert der Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, Fritz Czeschka. Ähnliche Probleme gibt es bei der Main-Spessart-Bahn Würzburg-Aschaffenburg, wo ebenfalls ET 440-Fahrzeuge verkehren. „Der Wagenpark entspricht derzeit keineswegs den von uns bestellten Leistungen“, erklärt Czeschka. Die BEG, die dem Wirtschaftsministerium untersteht, hat deshalb die Zahlungen an die DB Regio gekürzt, da in Fällen der sogenannte Verkehrsdurchführungsvertrag verletzt worden sei. In den nächsten Tagen wird es ein Krisengespräch der BEG mit Bahn-Verantwortlichen geben.

Bei der Bahn gibt man die Probleme durchaus zu. Die DB Regio sei „selbst unzufrieden“ mit der Qualität der Bahnleistungen, sagt ein Bahnsprecher. Verantwortlich sei jedoch der Fahrzeughersteller, der französische Konzern Alstom, der die Triebzüge im Werk Salzgitter baut. Die DB verlange von Alstom, die Mängel „schnellstmöglich“ abzustellen. Die Sitzplatz-Kapazität sei auf den Strecken nach Passau und Augsburg bereits ausgeweitet worden.

Die Rüge der BEG kommt für die DB Regio zur Unzeit: Ende September läuft die Bewerbungsfrist für die Strecke München-Rosenheim-Salzburg ab. Die DB will die Strecke behalten, fürchtet jedoch eine Vergabe zum Beispiel an die österreichische ÖBB.

Von Dirk Walter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unwetterwarnung: Orkanböen in Schwaben und Oberbayern
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Montag vor Unwettern mit extremen Orkanböen in den bayerischen Regierungsbezirken Schwaben und Oberbayern gewarnt.
Unwetterwarnung: Orkanböen in Schwaben und Oberbayern
Winter sorgt für viele Unfälle in Bayern
Wegen Glätte und frostigem Wind ist es am Wochenende in Bayern zu zahlreichen Unfällen gekommen. Auf der Zugspitze gab es einen eisigen Rekord.
Winter sorgt für viele Unfälle in Bayern
14-Jährige fliehen mit Moped vor Polizei
Zwei 14-Jährige auf einem Moped haben sich mit der Polizei im oberpfälzischen Amberg eine Verfolgungsjagd geliefert. Die Beamten hatten das Moped kontrollieren wollen, …
14-Jährige fliehen mit Moped vor Polizei
Bargeldlose Buße: Strafe künftig einfach mit Karte zahlen
Autofahrer im Freistaat können ihre Knöllchen von der Verkehrspolizei ab Montag auch mit Karte bezahlen. Das Zahlen wie im Supermarkt geht zwar noch nicht direkt beim …
Bargeldlose Buße: Strafe künftig einfach mit Karte zahlen

Kommentare