Zu trocken in Bayern

Hitze erhöht Waldbrandgefahr

München - Wochenlange Trockenheit und die bevorstehenden Hitzetage erhöhen die Waldbrandgefahr in Bayern. Weil es so lange nicht geregnet hat, ist in den Wäldern vorsicht geboten:

Wochenlange Trockenheit und die bevorstehenden Hitzetage erhöhen die Waldbrandgefahr in Bayern. Forstministerium und Waldbesitzerverband appellierten an die Menschen, in Wäldern nicht zu rauchen und nichts wegzuwerfen, was sich entzünden könnte.

Sollte es so trocken bleiben, sollen am Wochenende in einigen Gebieten Luftbeobachter von Feuerwehr und Forstbehörden gefährdete Wälder überwachen - beispielsweise in Mittelfranken und Ostbayern. „Da sieht man ganz schnell, wenn irgendwo Rauch aufsteigt“, sagte Franz Brosinger, Referatsleiter Waldschutz und Waldbau im Forstministerium, am Freitag. Forstminister Helmut Brunner (CSU) will sich bei einem solchen Flug am Montag von Straubing aus einen Überblick über die Gefahrenlage und die Arbeit der Luftbeobachter verschaffen.

„Grillen ist im Wald sowieso verboten“, sagte Brosinger. Wer in der Nähe eines Waldes grillen möchte, müsse dringend Funkenflug vermeiden und Wasser zum Löschen bereithalten. Windböen könnten Funken 20 bis 30 Meter weit tragen.

Abgesehen von der Feuergefahr sorge die Trockenheit für „Wasserstress“ in den Wäldern - vor allem dort, wo die Böden sandig und kiesig sind. „Blätter und Nadeln verschließen ihre Atemporen, damit kein Wasser verdunstet“, erklärt Brosinger. Das führe dazu, dass sich das Laub vorzeitig herbstlich färbe und das Wachstum aufhöre. Auch Nadelhölzer seien dann weniger vital und könnten sich schlechter gegen Schädlinge wie den Borkenkäfer wehren. Zudem schädige die Trockenheit die Wurzeln der Bäume.

„Noch ist die Situation nicht dramatisch“, fasste Brosinger zusammen. Sollte es jedoch weitere zwei bis drei Wochen trocken und heiß bleiben, könne es problematisch werden. Er erinnerte an den sogenannten Jahrhundertsommer im Jahr 2003, als nach zweimonatiger Trockenheit Bäume starben. „Damals gab es morgens nicht einmal mehr Tau auf Wiesen und Wäldern.“ Doch auch davon hätten sich die Wälder erholt. „Das Ökosystem hält das aus.“

Eine Borkenkäfer-Plage fürchtet Hans Baur, Geschäftsführer des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, in den kommenden Wochen nicht. Die erste Brut im Frühjahr habe Kälte und Nässe nicht überstanden. Jetzt schwärme der Borkenkäfer zwar wieder - mit gravierenden Folgen sei jedoch nicht zu rechnen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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