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Trockene Wälder: Flugbeobachter sollen Brände entdecken

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Feuerwehr
Ein Feuerwehrmann in Schutzkleidung. © Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild

Den ganzen März schon fällt im Freistaat kaum Regen, vielerorts sind die Wiesen und Felder knochentrocken. Auch der Waldboden kann leicht Feuer fangen. Die Behörden setzen deshalb auf die scharfen Augen von Luftbeobachtern. Denn Vorfälle gab es bereits einige.

Landshut - Seit Wochen haben Bayerns Wälder und Wiesen viel zu wenig Regen abbekommen - mit Folgen: Gleich mehrfach setzten unvorsichtige Menschen quer durch den Freistaat Gräser, Büsche und Bäume in Brand. Auch am Wochenende soll die Gefahr in weiten Teilen Bayerns hoch bleiben. Die Behörden baten darum, sich entsprechend vorsichtig zu verhalten, und kündigten in einigen Regierungsbezirken Beobachtungsflüge an, um etwaige Feuer frühzeitig zu entdecken.

Zwar beträgt die Waldbrandgefahr nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes für die allermeisten Gebiete Bayerns am Wochenende nur noch Stufe drei von fünf. Doch der Graslandfeuerindex, der die Gefahr anzeigt, dass nicht abgeschattetes Gelände „mit abgestorbener Wildgrasauflage ohne grünen Unterwuchs“ Feuer fängt, zeigt großflächig eine hohe Gefahr an.

Die Bezirksregierung Niederbayern ordnete deshalb bereits die Fortsetzung der Luftbeobachtungsflüge an. Auch in Oberbayern wird am Wochenende in verschiedenen Landkreisen aus der Luft nach Anzeichen für Brände gesucht.

Denn nicht immer geht es so glimpflich aus wie im unterfränkischen Frammersbach (Landkreis Main-Spessart), wo ein Hausbesitzer mit einem Unkrautbrenner ein Brombeergestrüpp abbrennen wollte, das den Weg zum Einfüllstutzen seines Öltanks versperrte. Durch den Funkenflug entzündete sich eine trockene Thuja, wie die Polizei am Freitag den Vorfall vom Vortag schilderte. „Durch die starke Hitzeentwicklung fingen dann zwei Rollläden an der Hausfassade an zu schmoren, und die Scheibe eines Fensters zersprang.“ Es entstand ein Schaden von rund 5000 Euro - hinzu wird noch ein Bußgeld kommen.

In Blaibach in der Oberpfalz (Landkreis Cham) setzte ein Grundstücksbesitzer rund 100 Quadratmeter Wald in Brand, als er direkt am Waldrand ein Lagerfeuer anzündete. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, benutzte der 56-Jährige zum Anschüren einen Laubbläser. Dadurch wurde die Glut in den Wald getragen und setzte den trockenen Boden in Flammen. Die Polizei ermittelt nach dem Vorfall vom Mittwoch nun wegen fahrlässiger Brandstiftung.

In Passau verhinderte ein 19-Jähriger Schlimmeres, als er am späten Donnerstagabend bei einer Aussichtsplattform inmitten eines Hanges Rauch bemerkte. Dank der schnellen Alarmierung der Feuerwehr brannten letztlich nur Sträucher auf einer Fläche von 30 Quadratmetern ab. „Brandursächlich dürften weggeworfene Zigarettenstummel gewesen sein“, betonte die Polizei. Der 19-Jährige hatte nämlich kurz zuvor ein etwa 20 Jahre altes Pärchen beobachtet, das vor dem Verlassen der Plattform zwei glühende Stummel weggeschnipst haben soll.

Ein 82 Jahre alter Autofahrer bemerkte nahe des schwäbischen Oettingens (Landkreis Donau-Ries) am Donnerstag nicht sofort, dass ein Reifen seines Anhängers geplatzt war und die Felge Funken sprühte. Dadurch begann das Gras neben der Straße nach Auhausen zu brennen, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Mitte März hatte ein Waldbrand nur wenige Kilometer vom Schloss Neuschwanstein entfernt Feuerwehren aus beiden Ländern mehrere Tage beschäftigt. Mit Hubschraubern wurden die Flammen im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet aus der Luft bekämpft. dpa

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