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Nach stürmischen Tagen: Bei der Präsentation der Tourismus-Bilanz 2013 kann Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, hier mit „Bayern Tourismus“-Geschäftsführer Martin Spantig, sogar lächeln.

Trotz Flut und Wetterkapriolen

Bayern legt im Tourismus zu - neuer Rekord

München - Der Flut und aller Wetterkapriolen zum Trotz: Der Tourismus im Freistaat boomt. Bayern hat im Jahr 2013 wieder einen Rekord eingefahren.

An der Leinwand hinter ihr baumelt ein Paar Füße in einem Hopfenbad. Bayern als Wellnessland, das ist die Botschaft. Nur Ilse Aigner (CSU) liest das Bild anders: „Sieht aus wie a Suppn“, scherzt sie und wirft sich fast vom Stuhl vor Lachen. Nicht dass die Ministerin den Witz des Jahres gemacht hätte – aber seit Kurzem hat sie Heiterkeit bitter nötig.

Vor allem die Querelen um Miesbachs Landrat Jakob Kreidl sind Bayerns Wirtschaftsministerin anzumerken. Sie wirkt, trotz des Lachens, meist reserviert, ihr Blick ist glasig. Umso besser, dass sie an diesem Freitagmorgen fast nur Positives zu verkünden hat. Es geht um das Tourismusjahr 2013, der Freistaat hat mal wieder einen Rekord eingefahren. Mit 84,1 Millionen Übernachtungen schneidet die Tourismus-Branche um 0,2 Prozent besser ab als im Vorjahr. Auch die Zahl der Ankünfte stieg um 1,5 Prozent auf 31,6 Millionen Gäste, Rekordniveau – trotz schwerer Flut und des schneearmen Winters. „Gemessen an den schwierigen Rahmenbedingungen“, sagt Aigner, „kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen.“

Ein wenig klingt das nach einem persönlichen Wunsch. Das Jahr mag stürmisch begonnen haben – was zählt, ist des Ergebnis. Immerhin holt sich Aigner schon an diesem Morgen eine dicke Portion Lob ab. Ulrich Brandl, Präsident des Bayerischen Hotel und Gaststättenverbands, dankt ihr gefühlt einmal zu oft für ihr Engagement im Tourismus. Aigner nickt höflich, aber so, als sei ihr das Lob ein wenig fremd.

Ganz bleibt sie allerdings nicht von kritischen Mahnungen verschont. Brandl fordert steuerliche Erleichterungen für Schankwirtschaften, etwa durch eine reduzierte Mehrwertsteuer wie bei den Hoteliers. Anderenfalls gehe das Wirtshaussterben weiter. Klaus Holetschek, Vorsitzender des Bayerischen Heilbäderverbandes, klagt über einen leichten Rückgang bei den Übernachtungszahlen in bayerischen Heilbädern und Kurorten (um 0,5 Prozent auf gut 22 Millionen). Außerdem bemängelt er eine ausufernde Prüfungspraxis, wenn es darum gehe, EU-Fördergelder zu bekommen. Die Prüfung der Prüfung koste fast mehr, als durch die Förderung hereinkomme. Aigner registriert’s.

Wichtiger scheint ihr, wie Bayern touristisch weiter wachsen kann. Ein Weg: Online-Marketing. Schon 2013 gab es neun Millionen Zugriffe auf die in- und ausländischen Online-Auftritte des Bayern-Tourismus, 2011 waren es noch fünf Millionen. Ohnehin würden junge Gäste wichtiger, genauso wie Touristen aus dem Ausland.

Und noch ein Feld hat Aigner im Visier: Bayern soll als Drehort interessanter werden. Schon jetzt gebe es so etwas wie einen „Trend zum Set-Jetting“ – also der Reise zum Drehset. Sie spüre das in ihrem Heimatort Feldkirchen-Westerham: Dort wird in einem Hotel die Telenovela „Sturm der Liebe“ gedreht.

Aigners Tourismus-Ziel für 2014: Bayerns Spitzenplatz zu halten. Eine Position ganz oben zu halten, sagt sie kurz, sei „nicht immer die leichteste Aufgabe“. Sie weiß, wovon sie spricht. marcus mäckler

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