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Am Wochenende soll es ein bisschen schöner.

So geht es weiter mit dem Wetter

Nerv-Winter macht am Wochenende eine Pause

München - Winter ade: Zumindest aus meteorologischer Sicht beginnt heute der Frühling. Die vergangenen Monate gehen als trübster Winter in die Geschichte der Wetteraufzeichnung ein. Am Wochenende wird es etwas schöner – aber die trübe Tristesse ist noch nicht ausgestanden.

Trüb, trist, grau. So mancher subjektive Eindruck der vergangenen Wochen ist jetzt statistisch bestätigt: Wir haben den trübsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnung hinter uns. Seit 1951 gab es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) nie so wenige Sonnenstunden während eines Winters. Deutschlandweit schien die Sonne im Schnitt nur 96 Stunden, üblich sind 154 Stunden.

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Am sonnigsten war es noch in Oberstdorf (Kreis Oberallgäu). Mit 178 Stunden schien hier die Sonne länger als in allen anderen gemessenen Städten Deutschlands. Doch auch diese Zahl liegt etwa ein Viertel unter der üblichen Sonnenscheindauer im Ort während des Winters. Und trotz der Sonne mussten die Oberstdorfer auch die bundesweit kälteste Nacht überstehen: Minus 22,9 Grad herrschten dort am 10. Februar.

Ausgerechnet an Weihnachten kletterte das Thermometer auf den Höchststand. In Bayern hatte Wielenbach (Kreis Weilheim-Schongau) mit 17,1 Grad den wärmsten Heiligabend. Danach wurde es wieder winterlich, nur von kürzeren milden Phasen unterbrochen. Und die ganze Zeit: grauer Himmel.

So schien in Augsburg die Sonne im Januar nur 23,4 Stunden – was weniger als der Hälfte des Normalen entspricht. In München waren es immerhin 30,5 Stunden, etwa zwei Drittel des Normalwerts. Doch im Februar hielt auch hier die Tristesse Einzug: Mit 40,4 Stunden schien in München die Sonne nur halb so lang wie normalerweise.

Zum trüben Wetter gesellten sich Schnee und Regen. Mit einer Menge von 252 Litern pro Quadratmeter lag der Niederschlag bundesweit deutlich über dem Durchschnitt von 200 Litern. In Aschau im Chiemgau (Kreis Rosenheim) prasselten gar 660 Liter pro Quadratmeter herab – allein am 4. Januar waren es 147 Liter. Den Schneerekord hält Reit im Winkl (Kreis Traunstein): 88 Zentimeter lagen hier am 20. Februar.

Der viele Niederschlag wirkte sich auch auf den Winterdienst in Bayern aus. Nach Schätzungen des Innenministeriums wurden bisher rund 400 000 Tonnen Salz gestreut. Das sind etwa 12 000 vollbeladene Sattelschlepper. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren im ganzen Winter lediglich 300 000 Tonnen Salz nötig.

In der Landeshauptstadt verschlang der Winterdienst bisher 20,2 Millionen Euro, im Vorjahr waren es nur 13,4 Millionen. Rund 17,2 Tonnen Salz und 30,4 Tonnen Split wurden gestreut. „Der Winter machte deutlich intensivere Einsätze nötig als vergangenes Jahr“, sagt Dagmar Rümenapf, Sprecherin des Baureferats.

Auch wenn heute meteorologisch gesehen der Frühling beginnt, lässt sich das Wetter davon offenbar noch nicht sehr beeindrucken – es bleibt erstmal trüb. Lediglich am Wochenende zeigt sich die Sonne ein wenig, Temperaturen von 7 bis 8 Grad sind möglich. Klart es auf, kann es nachts auf bis zu minus 4 Grad abkühlen.

„Ansonsten bleibt es weiterhin trüb“, sagt Volker Wünsche, Leiter der DWD-Stelle in München. Das liege an einem Hochdruckgebiet, das keine Luftbewegungen zulasse. Im Alpenvorland halte sich zudem der Hochnebel länger.

Moritz Homann

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