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Hans Triebel verlässt den Förderverein Bairische Sprache

Und tschüss: Triebel verlässt Verein Bairische Sprache

Weyern  - Nach zwei Jahrzehnten Kampf für das Bayerische ist der ehemalige Chef des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte, Hans Triebel, aus dem Verband ausgetreten. Die Hintergründe:

Triebel, von 1995 bis 2004 Gesamtvorsitzender und zuletzt Regionalvorsitzender im Miesbacher Oberland, teilte am Mittwoch in Weyarn mit, er könne die “flügellahme“ Vereinspolitik seiner Nachfolger nicht länger mittragen.

Auslöser war Streit um Dialekt

Triebel war 2004 nicht wiedergewählt worden, bereits damals tobte hinter den Kulissen ein Richtungsstreit. Während Triebel dafür eintrat, den heimischen Dialekt so rein wie möglich zu sprechen, plädierte eine andere Gruppe für Kompromisse im Umgang mit der Mundart. Auch wurde dem gelernten Automechaniker vorgeworfen, den Verein selbstherrlich zu führen. Schon nach seiner Abwahl wetterte Triebel gegen den neuen Vorstand, der die Mitglieder im Regen stehen lasse. Auch seinen Austritt garniert er mit deftiger Kritik. In der Öffentlichkeit werde der Verein nur noch als “Hoagartenverein“ (Heimgartenverein) wahrgenommen und die Führungsleute als “Gemütlichkeitsfanatiker“ eingestuft. “Mit dem Absingen von bairischen Liedern und dem Lösen von Sprachrätseln ohne etymologischen Hintergrund kann man keine Sprache retten, keine Eltern dazu bringen, die angestammte Landessprache an ihren Nachwuchs weiterzugeben.“

Jahrelang war Triebel gegen “Tschüss“ statt “Pfiat di“ als Gruß im Freistaat zu Felde gezogen und hatte sich unter anderem für die Pflege der Mundart im Bayerischen Rundfunk eingesetzt. Als ein Bub aus dem oberbayerischen Otterfing (Landkreis Miesbach) im Schulzeugnis eine schlechte Beurteilung wegen seines regelmäßig im Unterricht gesprochenen Dialekts bekam, meldete sich Triebel ebenfalls lautstark zu Wort. Die negative Bemerkung wurde aus dem Zeugnis gestrichen. Auch nach seinem Austritt aus dem Verein will er sich weiter für den Dialekt einsetzen.´

Er habe im Nachbarland Österreich mit Sprachwissenschaftlern einen Zweigverein mitaufgebaut, sagte der Wirt des Wirtshauses “Gotzinger Trommel“ am Mittwoch. “Ich bleibe natürlich in Verbindung“, sagte er. “Ich mach' mit meiner Sache weiter.“

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