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Henry Schramm, Oberbürgermeister von Kulmbach, will um die Städtepartnerschaft zu Bursa käm pfen. 

Freundschaft auf der Kippe

Türkische Stadt Bursa setzt Städtepartnerschaft mit Kulmbach aus 

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Kulmbach - Die türkische Stadt Bursa hat die Städtepartnerschaft mit Kulmbach auf Eis gelegt. Doch Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) will um die Freundschaft kämpfen.

Das oberfränkische Kulmbach pflegt seit fast 20 Jahren eine Städtepartnerschaft mit der westtürkischen Stadt Bursa. Doch die aktuellen Konflikte zwischen Deutschland und der Türkei scheinen dieses Verhältnis nun zu gefährden. Bursa will die Partnerschaft vorerst auf Eis legen. Der Kulmbacher Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Verbindung bestehen bleibt.

-Wie haben Sie erfahren, dass Bursa die Städtepartnerschaft zu Kulmbach ruhen lassen will?

Ich habe aus den Medien erfahren, dass eine Städtepartnerschaft zu Darmstadt aufgekündigt wurde. Deswegen habe ich auf die Internetseite von Bursa geschaut – und gesehen, dass dasselbe für Kulmbach gilt.

-Haben Sie mit Ihrem türkischen Amtskollegen bereits Kontakt aufgenommen?

Bisher habe ich das nicht getan. Die Art und Weise, wie wir davon erfahren haben, lässt darauf schließen, dass die Situation gerade etwas schwierig ist. Ich denke, wenn wir jetzt einige Tage ins Land gehen lassen, haben wir eine bessere Gesprächsgrundlage. Vielleicht sollten wir sogar warten, bis das Referendum am 16. April vorbei ist. Wir wollen aber auf jeden Fall auf Bursa zugehen.

-Sie haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Sie die Städtepartnerschaft retten können?

Nein, die Hoffnung habe ich noch. Ich denke, wir werden sicher eine Gesprächsgrundlage finden. Wir haben seit Jahren sehr enge Beziehungen über unsere Schulzentren. Jährlich finden Schüleraustausche statt, es haben sich viele Freundschaften entwickelt. Ich hoffe sehr, es gelingt uns, das zu erhalten.

-Wie nehmen die Bürger in Kulmbach die aktuelle Situation wahr?

Sie ist präsent bei den Bürgern. Sie haben die Entscheidung Bursas mit Überraschung, teilweise auch mit Betroffenheit zur Kenntnis genommen.

-Haben Sie damit gerechnet, dass der Konflikt zwischen Deutschland und der Türkei Auswirkungen auf kommunaler Ebene haben würde?

Nein, damit habe ich nicht gerechnet. Wir haben ein gutes Verhältnis zur türkischen Gemeinde hier in Kulmbach, ich habe sehr viele türkische Bekannte, jetzt am Samstag bin ich zu einer türkischen Hochzeit eingeladen. Es wäre schlimm, wenn der Konflikt zwischen den beiden Ländern sich auch auf Städte-Ebene auswirken würde.

-Wie wichtig ist die deutsch-türkische Freundschaft?

Ich finde es wirklich schade, was sich gerade zwischen beiden Ländern entwickelt. Die Türkei ist Mitglied in der NATO, viele türkische Landsleute haben hier in Deutschland eine zweite Heimat gefunden, viele Deutsche verbringen die schönsten Wochen des Jahres in der Türkei. Über lange Zeit war es ein herzliches Miteinander – zum Vorteil beider Seiten. Wenn ich jetzt sehe, wie sich das Verhältnis zwischen den Ländern entwickelt, dann ist letztendlich die Herausforderung einer Partnerschaft ein überschaubares Problem.

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