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In der Hallertau beim großen Aufräumen.

Lange Gesichter nach den Unwettern

Hopfen verhagelt: Wird das Bier teurer?

Als der Himmel sich verdunkelt, sind die Hopfenbauern der Gesellschaft für Hopfenforschung mitten in einer Maiandacht. Dann das Grollen. Sie ahnen nicht, dass kurz darauf ein Großteil ihrer Ernte einfach dahin sein wird.

Am Morgen nach der Gewitterwalze steht Johann Pichlmaier, Präsident des Verbandes deutscher Hopfenpflanzer, fassungslos vor seinem Feld: Auf dem Boden liegen Hopfendolden – abgerissen. Alles steht unter Wasser.

Die ganze Ernte ist futsch!

So wie bei vielen Bauern der Gegend. Das Gewittertief Felix hat den schlimmsten Hagelschaden in der Geschichte der Hallertau angerichtet! „Schäden von solch einer Größenordnung hatten wir noch nie. Normalerweise sind die Schäden lokal begrenzt, aber diesmal hat es den kompletten südlichen Teil der Hallertau erwischt“, sagt Johann Pichlmaier.

Die erste Bilanz: Rund 4000 Hektar Anbaufläche sind schwer beschädigt, 1000 davon total vernichtet. Etwa 15 Prozent des Ertrages hat das Gewitter zerstört.

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Was bedeutet das für die Hopfenbauern? Und für die Brauereien? Pichlmaier geht davon aus, dass die meisten Bauern gegen Hagelschäden versichert sind. „Ich hoffe es zumindest. So oder so: Dieses Saison ist für viele nun vorbei.“ Die Versorgungslage der Brauereiwirtschaft sei nicht gefährdet, da die Brauereien den Großteil schon gelagert hätten. Die meisten Brauereien beziehen ihre Ware über Hopfenhandelsunternehmen, die den Hopfen verteilen und Einschnitte kompensieren können. Pichlmaier: „Für einzelne kleine Brauereien aber, die einen Direktvertrag mit Bauern haben, könnte das jetzt existenzbedrohend sein.“

Einige große Brauereien wie Paulaner/Hacker hatten Mittwoch doch Sorgenfalten auf der Stirn. Die Großbrauerei bezieht ihren Hopfen zu 100 Prozent aus der Hallertau. „Auf unseren Feldern lag der Hagel zehn Zentimeter hoch – der Schaden ist riesig“, sagt der technische Betriebsleiter Christian Dahncke. Die Auswirkungen könne man noch nicht absehen. Er befürchtet eine Minderlieferung 2010 – denn der Hopfen, der heuer angebaut wird, kommt erst nächstes Jahr in die Sudkessel.

Heißt das, dass das Bier kommendes Jahr noch teurer wird?

Man könne eine Preiserhöhung zumindest nicht ausschließen, heißt es bei der Hopfenverwertungsgesellschaft. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch: Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass große Ernteausfälle wie der Dürre-Schaden 2003, immer eine Erklärung – oder Ausrede – für spätere Bierpreiserhöhungen waren …

nba/sw/mes/hl

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