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Der Wählernachwuchs: Schüler der 5. Jahrgangsstufe bei der U18-Wahl an der Murnauer Realschule.

Jugend an der Test-Wahlurne

U18-Abstimmung vor der Landtagswahl: Bayerns Jugend wählt schwarz-grün

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Eine Woche vor der Landtagswahl ist Bayerns Jugend probehalber an die Urne getreten – die Beteiligung war so hoch wie nie. Das Ergebnis: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen von CSU und Grünen.

München – Geht es nach Bayerns Jugend, steht die Koalition für die künftige Staatsregierung schon fest. Weder die Liberalen noch die Freien Wähler kämen dafür infrage, noch irgendein Regenbogen-Bündnis. Bei den Unter-18-Jährigen, die eine Woche vor der „echten“ Landtagswahl probehalber an die Urnen getreten sind, ist die Präferenz klar und deutlich: Schwarz-grün ist die Koalition der Jugend. Mit 24,2 Prozent liegen Söders Christsoziale allerdings nur knapp vor Schulze, Hartmann und Co. mit 23,3 Prozent.

Das Wahlergebnis der fiktiven U18-Wahl.

Die fiktive U18-Wahl, die als Projekt der politischen Bildung vom Bayerischen Jugendring organisiert wird, ist in diesem Jahr auf so großes Interesse wie noch nie gestoßen. 61 768 Kinder und Jugendliche haben ihre Stimme in 453 Wahllokalen abgegeben – also in Jugendzentren, Schulen oder Vereinsheimen. „Das ist eine phänomenale Beteiligung“, sagt Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings. Bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren waren es noch rund 20 000 Jugendliche, die sich an der Wahl beteiligt hatten. „Diesmal waren wir in fast jedem Wahlkreis mit Wahllokalen vertreten.“

AfD bekommt weniger Zuspruch als in den aktuellen Umfragen

Im Gesamtergebnis zeigen sich neben dem Beinahe-Gleichschritt von Schwarz und Grün noch andere Tendenzen. So findet sich auch die AfD bei den Jungwählern mit immerhin 8,3 Prozent wieder – etwas weniger als die Umfragen für die Landtagswahl voraussagen. Während die SPD mit 11,4 Prozent und die FDP mit 6,1 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorhersagen liegen, würde es bei der Jugend für die Freien Wähler nur gerade so für den Einzug in den Landtag reichen (5,4 Prozent). Auffällig ist der hohe Anteil der Kleinparteien. Zwar würden es weder die Linke, noch die Tierschutzpartei oder die Piraten in den Landtag schaffen, insgesamt kommen die übrigen Parteien aber auf stolze 21,3 Prozent.

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Regional sind die Ergebnisse sehr unterschiedlich. So kommt in Traunstein die Bayernpartei auf über acht Prozent, in Starnberg liegt die Tierschutzpartei bei fast zehn Prozent – und in Weilheim-Schongau ziehen die Grünen der CSU deutlich davon. „Insgesamt zeigt sich aber, dass das Vorurteil, die Jugend würde viel extremer wählen als die Erwachsenen, nicht stimmt“, schlussfolgert Fack. „Trotzdem entscheiden sich die Kinder und Jugendlichen natürlich für Parteien, die sich an der Lebenswelt junger Menschen orientieren.“ Facks Erfahrung nach sind das Themen wie Ernährung, Menschenrechte, Nachhaltigkeit oder Tierschutz – kommunalpolitische Themen, wie sie etwa bei den Freien Wählern stark vorkommen, bewegen den Wählernachwuchs dagegen weniger.

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Die Wahlergebnisse stehen für Matthias Fack aber gar nicht so sehr im Vordergrund. „Es geht darum, dass sich junge Menschen mit der Politik beschäftigen.“ Im Vorfeld diskutieren die Teilnehmer über die Wahlprogramme und beschäftigen sich mit der Demokratie. „Und es ist ein Signal an die Parteien: Vergesst die jungen Menschen nicht.“ Für Fack ist das rege Interesse an der U18-Wahl ein Grund für die Forderung nach einer Senkung des Wahlalters. Es sei auch in Bayern an der Zeit, einen Schritt weiter zu gehen. Die Gespräche mit den Jungwählern würden ihn darin nur bestätigen. „Manche sagen: Ich bin noch nicht soweit, weil ich das Gefühl habe, das mir noch Informationen fehlen“, sagt Fack. Doch für ihn zeigt gerade das den Respekt vor dem Wahlakt, den er bei manchen Erwachsenen vermisst.

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