Überlebender: Demjanjuk soll nicht bestraft werden

München - Im Prozess gegen den mutmaßlichen KZ-Wachmann John Demjanjuk hat der Holocaust-Überlebende Jules Schelvis einen Schuldspruch verlangt. Bestraft werden soll Demjanjuk aber nicht:

“Aus Respekt vor meinen humanistischen Eltern ersuche ich das Gericht, gegen diesen uralten Mann, der schon neun Jahre im Gefängnis verbracht hat, seine Schuld festzustellen, ihn aber nicht zu bestrafen“, sagte der 90-jährige Niederländer am Mittwoch vor dem Münchner Landgericht. Er ist genauso alt wie der Angeklagte, der den Prozess reglos von einem Krankenbett aus verfolgte. Schelvis hatte im Vernichtungslager Sobibor 1943 seine junge Frau Rachel verloren, er selbst habe nur durch Glück überlebt.

Demjanjuk soll von März bis September 1943 als Wachmann in Sobibor an der Ermordung von mindestens 27 900 Juden beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft wegen Beihilfe zum tausendfachen Mord verlangt.

dpa

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