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Fährt weiter – nur unter wem? Ein Zug (Marke Integral) der Oberlandbahn.

Übernahmegarantie für Züge und Werkstatt

München – Das Tauziehen ist zu Ende: Die Strecke der Bayerischen Oberlandbahn wird neu ausgeschrieben. Ein Urteil des Bundesgerichtshofes vom Februar dieses Jahres lasse keine Wahl, erklärte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP).

Eisenbahnverkehrsleistungen müssten grundsätzlich im Wettbewerb vergeben werden. Bis 2013 soll die Strecke neu vergeben werden. Dass sich der bisherige Betreiber, der französische Veolia-Konzern, wieder bewerben wird, dürfte Formsache sein. Aber auch die Deutsche Bahn hat ein Interesse, die 1998 an die BOB verlorene Strecke zurückzugewinnen.

Zwei Besonderheiten hat die Ausschreibung: Zum einen schreibt der Freistaat vor, dass die 17 Integral- und vier Talent-Züge der BOB sowie die Werkstatt in Lenggries übernommen werden müssen. Damit seien die Arbeitsplätze der bisherigen Mitarbeiter „weiter garantiert“, so Zeil. Diese Klausel sei mit seinem Unternehmen abgesprochen, bestätigte auch BOB-Chef Heino Seeger. Zum zweiten will die staatliche Bayerische Eisenbahngesellschaft, die die Ausschreibung managt, ein verbessertes Angebot durchsetzen. In der Hauptverkehrszeit müsse es mehr Sitzplätze geben, im Berufsverkehr morgens Richtung München und abends Richtung Oberland sollten die Züge künftig im „erweiterten Halbstundenrhythmus“ fahren.

Etwas gelackmeiert steht jetzt Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) da, der 2009 bei einem Ortstermin in Irschenberg den Mund sehr voll genommen hatte: „Wir werden die BOB erhalten. Ich werde mich persönlich darum kümmern, verlassen Sie sich darauf“, sagte er damals zu den Bürgermeistern aus der Region Miesbach. Bei diesem Termin überreichte ihm der Tegernseer Rathauschef ein Unterschriftenpaket mit 16 000 Unterzeichnern – Resultat einer Aktion „Pro Bayerische Oberlandbahn“. Doch nun hat sich Wirtschaftsminister Zeil durchgesetzt, der die Ausschreibung seit jeher wollte. Lokale CSU-Amtsträger reagieren dementsprechend enttäuscht: „Ich bin enttäuscht, dass die entstandenen Erwartungen doch nicht erfüllt werden können“, erklärte der Miesbacher Landrat Jakob Kreidl. Eine direkte Verlängerung des Vertrags wäre nach seiner Einschätzung juristisch möglich gewesen. Nun hoffe er, dass die BOB die Ausschreibung gewinne. Der CSU-Abgeordnete Alexander Radwan erklärte, es gelte darauf zu achten, „dass die DB Regio mit ihrer Monopolmacht die BOB nicht an die Wand drückt“.

Dirk Walter

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