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Der DB ist der Unterhalt der Dieselzüge wirtschaftlich zu risikoreich.

DB macht Rückzieher bei der Oberlandbahn

München - Die Deutsche Bahn (DB) bewirbt sich überraschend nicht um das prestigeträchtige 120 Kilometer lange Streckennetz der Bayerischen Oberlandbahn (BOB).

Als Grund nannte die DB Regio Bayern am Donnerstag mögliche wirtschaftliche Risiken beim Unterhalt der Dieselzüge, die auf den Linien von München über Holzkirchen nach Bayrischzell, Tegernsee und Lenggries verkehren. Die Risiken seien “kaufmännisch nicht seriös kalkulierbar“, sagte der bayerische DB-Regionalchef Norbert Klimt. Allgemein war erwartet worden, dass die DB sich mit dem jetzigen Betreiber BOB einen harten Schlagabtausch im Bieterverfahren liefert.

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) - sie organisiert im Auftrag des Freistaates den Regionalverkehr auf der Schiene - hatte in dem Ausschreibungsverfahren zur Bedingung gemacht, dass die seit gut zehn Jahren eingesetzten 17 weiß-blauen Triebzüge weiter fahren. Die Züge galten anfangs als pannenanfällig, fahren aber inzwischen recht zuverlässig. Die Ausschreibung umfasst den Zeitraum vom Winterfahrplan 2013/2014 bis zum Jahr 2024.

Ausschreibung sorgte für Streit

BEG-Geschäftsführer Fritz Czeschka äußerte sich enttäuscht vom Rückzieher der DB: “Es handelt sich dabei um eine unternehmerische Entscheidung, die wir überrascht zur Kenntnis nehmen.“ Das Verfahren laufe dennoch normal weiter, am 2. Juli endet die Frist dafür. BOB-Geschäftsführer Heino Seeger zollte der DB hingegen Respekt für die Absage. “Hier ist die Vernunft an die Stelle des Abenteuers getreten“, sagte er. “Unser Vorteil ist, dass wir die Vorzüge und Risiken der Fahrzeuge kennen und beherrschen.“ Die BOB ist ein Tochterunternehmen der Veolia Verkehr GmbH, die in Deutschland mehrere Regionalstrecken bedient.

Die Strecken von München in die beiden Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen waren die ersten in Bayern, die 1998 in einer Ausschreibung an einen privaten Betreiber vergeben wurden. Sie galten daher als prestigeträchtiger Startschuss für mehr Wettbewerb auf der Schiene. Zuvor hatte die DB eine Art Monopolstellung auch beim Schienennahverkehr. Die Vergabe der Strecken im Oberland hatte zuletzt sogar für politischen Streit in der schwarz-gelben Koalition im Freistaat gesorgt. Während Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die neue Ausschreibung infrage stellte, bestand sein Vize und Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) darauf.

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