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Militärfahrzeuge der US-Armee fahren am 15. Oktober durch den Ort Kleinfalz nahe dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr

Straßen, Wege und Wiesen verwüstet

Kommunen fordern Übungsverbot für US-Militär

Amberg - Panzer auf der Straße, tausende Soldaten auf Feldern und Wiesen. Und danach war alles kaputt. Nachdem bei einer Großübung der US-Armee im Oktober in der Oberpfalz massive Schäden entstanden sind, fordern die Gemeinden Entschädigungen und ein Verbot.

Schäden bei US-Manöver in der Oberpfalz: Kommunen fordern Verbot (Foto - Archiv)

Radpanzer auf den Straßen, tausende Soldaten auf Feldern und Wiesen. Die US-Armee hat bei einem Großmanöver in der Oberpfalz im Oktober erhebliche Schäden verursacht. Die betroffenen Gemeinden warten auf Entschädigung und fordern ein Verbot dieser Großübungen.

Die Kommunen um die US-Truppenübungsplätze in der Oberpfalz fordern ein Verbot weiterer Manöver in öffentlichen Gebieten. Noch immer seien die Schäden einer großen Übung der US-Streitkräfte im vergangenen Oktober nicht reguliert worden, sagte der Bürgermeister von Schmidmühlen (Landkreis Amberg-Sulzbach), Peter Braun (CSU), am Dienstag. Er bestätigte einen Bericht des Bayerischen Rundfunks.

Es war das größte Mannover seit über 20 Jahren

Im vergangenen Oktober hatten fast 6000 Soldaten aus den USA und 17 verbündeten Ländern auf den ostbayerischen US-Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels sowie den umliegenden Gemeinden trainiert. Es war das größte Manöver der US-Armee in Europa seit 1989. Im Mai planen britische Streitkräfte dort ein Manöver im offenen Gelände.

Unterstützung bekommen die Gemeinden vom Landrat von Amberg-Sulzbach, Richard Reisinger (CSU). Dieser hatte bereits in der Vorwoche in einem Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gefordert, künftige Manöver dieser Größe außerhalb der Übungsplätze nicht mehr zu genehmigen.

Straßen, Wege und Wiese verwüstet

Nach dem US-Manöver seien alleine im Bereich Schmidmühlen Straßenränder auf einer Länge von rund 1,5 Kilometer abgebrochen und Schotterstraßen verschlammt. Außerdem seien Wiesen, Äcker und Felder für Jahre unbrauchbar, sagte Bürgermeister Braun. So hätten etwa 2000 Soldaten mehrere Tage auf einer drei Hektar großen Wiese ihr Lager aufgestellt. „Über dieses Ausmaß sind wir im Vorfeld nicht informiert worden“, beklagte Braun.

449 Anträge auf Schadensersatz sind bei der für Manöverschäden zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Bonn eingegangen. „Davon sind bereits 120 im Einvernehmen mit den Geschädigten mit einer Gesamtsumme von etwa 48 000 Euro geregelt worden“, sagte Sprecher Thorsten Grützner am Dienstag. Viele Anträge seien jedoch erst im Februar und März eingegangen. In Einzelfällen stehe auch eine Stellungnahme des US-Streitkräfte noch aus. Aber alle Anträge würden reguliert. Wie hoch die Schäden des US-Manövers im vergangenen Herbst seien, lasse sich noch nicht abschätzen. Der Bund zahlt zunächst an die Geschädigten und verlangt dann von den Streitkräften, die den Schaden verursacht haben, 75 Prozent zurück.

dpa

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