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Ukraine-Flüchtlinge in Bayern: „Vieles geht privat, wo man keinen Überblick hat“

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Von: Katarina Amtmann

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Ukraine-Konflikt - Sonderzug bringt Flüchtlinge nach Cottbus
Viele Ukraine-Flüchtlinge erreichen aktuell Deutschland. © Frank Hammerschmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Versorgung der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ist eine Herausforderung für Bayerns Städte. Es werde auch „sehr viel improvisiert.“

München – Für Bayerns Städte ist die Versorgung zahlreicher Flüchtlinge aus der Ukraine eine Kraftanstrengung. „Die Städte packen an und versuchen ihr Möglichstes, um die Leute in Not unterzubringen“, sagte der Sprecher des Bayerischen Städtetages, Achim Sing, am Montag in München. Besonders in den großen Städten – beispielsweise München und Nürnberg – wo besonders viele Flüchtlinge ankämen, müssten nun Hallen oder Hotels aufgetan werden, um die Menschen unterzubringen. „Ansonsten wird sehr viel improvisiert.“ München etwa denkt über eine Art Zeltstadt nach.

Ukraine-Krieg: Flüchtlinge erreichen Bayern - Angespannte Situation in vielen Städten

Die Situation sei angespannt, auch in kleineren Städten wie Hof in Oberfranken. Wie viele Menschen aus der Ukraine seit Kriegsbeginn vor etwa zweieinhalb Wochen Bayerns Städte erreicht haben, sei unbekannt – weil sie nicht verpflichtet seien, sich zu melden. Ukrainer mit biometrischem Reisepass dürfen sich ohne Visum 90 Tage lang frei in der EU bewegen. Daher gebe es auch keine Kriterien zur Verteilung der Menschen, erklärte Sing weiter.

Ukraine-Flüchtlinge in Bayern: „Vieles geht privat, wo man keinen Überblick hat“

Zahlreiche Flüchtlinge kommen Sings Worten zufolge auf privatem Weg nach Bayern, etwa weil sie hier Verwandte hätten. Diese Menschen kämen bei Landsleuten oder Freunden unter, ohne dass die städtischen Behörden davon wüssten. „Vieles geht privat, wo man keinen Überblick hat.“

Scholz: Mehr als 100.000 Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland (Video)

Seit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar sind 146.998 Menschen aus der Ukraine nach Deutschland gekommen, wie das Bundesinnenministerium am Montag mitteilte. Erfasst werden allerdings nur diejenigen Flüchtlinge, die von der Bundespolizei festgestellt werden. Die Dunkelziffer kann also viel höher liegen. (kam/dpa)

Wie Sie Ukraine-Flüchtlingen in Bayern helfen können, lesen Sie in unserer Übersicht.

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