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Schluss mit der Qualmerei: Immer mehr Menschen geben das Rauchen auf. Um das zu unterstützen, will das Verbraucherschutzministerium Zigarettenwerbung in der Öffentlichkeit weiter einschränken.

Umfrage zeigt Wandel: Höchststand bei Nichtrauchern

Unterschleißheim - Immer weniger Menschen qualmen - das liegt vor allem am Rauchverbot, sagt die Nichtraucher-Initiative Deutschland mit Sitz in Unterschleißheim.

Neulich in Passau: Ein Bursche aus Österreich amüsiert sich in einer Passauer Tanzwirtschaft. Plötzlich zündet er sich eine Zigarette an - das bayerische Rauchverbot ist ihm wurscht. Als das Sicherheitspersonal ihn auffordert, das Lokal zu verlassen, weigert er sich. Es kommt zu Rangeleien, schließlich ruft man die Polizei, der 24-Jährige wird festgenommen.

Szenen wie diese sind im Freistaat, knapp eineinhalb Jahre nach dem Start des bundesweit strengsten Rauchverbots, selten. Im Gegenteil: Das Nichtraucherschutzgesetz hat positive Auswirkungen - zumindest deutet das eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung an. Auftraggeber war die Nichtraucher-Initative Deutschland mit Sitz in Unterschleißheim (Kreis München). Befragt wurden Anfang Dezember 1000 Menschen - die Umfrage gilt daher als repräsentativ.

Ergebnis: Seit Inkrafttreten der ersten Nichtraucherschutzgesetze im Januar 2007 - Bayern führte 2008 ein eingeschränktes Verbot ein - sei der Anteil der Nichtraucher ab 16 Jahren von 64,8 auf 71 Prozent (plus 6,2) gestiegen. Minimal schlechter sind die Ergebnisse für eine nach oben hin beschränkte Altersgruppe, die 16- bis 69-Jährigen. Davon gaben 66,9 Prozent an, nicht zu rauchen. Diese Zahlen seien „äußerst erfreulich“, sagte Ingeborg Aßmann, Präsidentin der Nichtraucher-Initiative. „Eine noch bessere Bilanz erwarte ich nach Beseitigung des Flickenteppichs beim Nichtraucherschutz“, sagte sie. Denn nicht überall in Deutschland herrscht wie in Bayern ein generelles Verbot: In Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt etwa darf in separaten Raucher-Räumen weiter gequalmt werden, in Sachsen dürfen sogar Einraum-Kneipen-Wirte das Rauchen erlauben.

Doch wie hängen die Nichtraucherschutzgesetze mit den sinkenden Raucher-Quoten zusammen? Ernst-Günther Krause von der Nichtraucherinitiative sagt, dass auch die öffentliche Diskussion über die Verbote eine große Rolle spiele. Mehr als die Hälfte der Raucher wolle aufhören. „Wenn dann immer mehr Druck von außen kommt, ist das eine Unterstützung für den Vorsatz.“ Einen weiteren Beleg dafür, dass die neuen Gesetze die Nichtraucher-Bewegung beeinflusst, sieht Krause in der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Nichtraucher-Initiative gibt die Umfrage mit gleichbleibenden Fragen seit 1997 in Auftrag - heuer zum fünften Mal. Das Bruttoinlandsprodukt habe sich zwischen der letzten Studie 2007 und jetzt nicht verschlechtert. Noch nie hatten sich aber so viele Teilnehmer der Studie als Nie-Raucher (42,5 Prozent) oder Ex-Raucher (28,5 Prozent) bezeichnet.

Carina Lechner

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