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Der vernommene Polizist bestreitet, dass es zu Gewaltorgien gegen die angeklagte Familie (im Bild: der pensionierte Polizeibeamte und seine Frau) kam. 

Beamter: "Ich habe keine Schläge gesehen"

Rosenheim/Schechen - Im Prozess um einen umstrittenen Polizeieinsatz in Schechen ist der erste Beamte vernommen worden. Die angeklagte Familie spricht von Gewaltorgien, er schildert das Geschehen anders.

Im Rosenheimer Skandal-Prozess um den Polizeieinsatz von Schechen steht Aussage gegen Aussage: Während die Familie von Ex-Polizist Josef E. (67) behauptet, bei einer Polizeikontrolle im eigenen Hausflur brutal misshandelt worden zu sein, hielt am Freitag ein Beamter dagegen. Als Zeuge sagte Polizeihauptmeister Dominic K. (31) aus: „Die wollten uns vorführen, Frau B. hat uns veräppelt.“

Stundenlang wurde der Beamte in die Mangel genommen, doch er blieb dabei: Er habe „überhaupt keine Schläge“ seiner Kollegen gesehen. Ausgangspunkt der Aktion im November 2010 war die Suche nach einem Straftäter, der im Haus der Familie E. in Schechen gemeldet war. Niemand im Haus habe etwas über dessen Verbleib gewusst, sagte K. aus. Sandra B. (36), die Tochter des Hausbesitzers, sei dennoch sofort aggressiv geworden: „Sie wollte wissen, was wir von ihm wollen. Das konnten wir ihr nicht sagen. Schlagartig änderten sich ihr Gesichtsausdruck und ihr Tonfall.“ Daraufhin habe er vermutet, dass sich der Gesuchte doch in ihrer Wohnung aufhalte. „Ich wollte ihren Ausweis sehen. Doch sie drehte das Blatt um und wollte unsere sehen.“

Dann der Eklat: Polizeihauptmeister K. stellte seinen Fuß in die Tür, Sandra B.’s Mann Anton (36) kam schreiend dazu – „... und die Frau langte an mein Revers. Damit war für mich eine Grenze überschritten. Ich habe sie genommen, rausgezogen und den Kollegen übergeben“.

Inzwischen standen neben dem Zivilkollegen von K. drei uniformierte Beamte im Flur. Wie Fotos belegen, rangen sie Sandra B. zu Boden. K. befasste sich mit ihrem Mann. „Es war eine kleine körperliche Auseinandersetzung, jeder versuchte, sich freizuschwimmen.“ Bewusst in den Bauch geschlagen habe er ihn nicht, es könne aber sein, dass seine „Hand in Richtung des Halses“ gerutscht sei. Darauf die Frage des Staatsanwalts: „Könnte der rote Striemen am Hals vom Hemdkragen stammen?“ Antwort von K.: „Kann sein.“ Er habe später jedenfalls argen Muskelkater in seiner rechten Hand gehabt. Schließlich seien noch die Eltern der B. hinzugekommen, . Josef E. und seine Frau Aloisia (62). Diese beiden sowie Tochter Sandra hätten am Ende gefesselt am Boden gelegen. Als sich die Situation entspannt habe, habe Josef E. über seine „hysterisch schreiende“ Frau gesagt: „Die beruhigt sich schon wieder.“ Und kurz darauf besorgt gefragt: „Ihr wollt’s jetzt aber keine Anzeige wegen Widerstands schreiben?“ Als er dies aber bejaht habe, habe Anton B. gerufen: „Das wird Konsequenzen haben.“

Tatsächlich habe B. ihn zwei Monate nach dem Vorfall auf der B15 mit seinem Audi verfolgt. K.: „Das war eine unterschwellige Provokation, eine Verfolgung – vielleicht, um meine Adresse rauszufinden.“

Für ihn selbst, so sagte Polizist Dominic K. aus, seien die vergangenen anderthalb Jahre „bescheiden“ gewesen: „Wir mussten eine Maßnahme durchziehen, und dann wird man als Schläger-Polizist dargestellt.“ Angezeigt worden sei er nur ein einziges Mal: wegen Strafvereitelung. In den kommenden Prozesstagen will die Verteidigung der wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte angeklagten Schechener Familie aber den Beweis antreten, dass die anderen Polizisten durchaus schon wegen Gewalt-Vorwürfen aktenkundig geworden sind.

age

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