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Zum Umgang mit auffälligen Wölfen fordern die Umweltminister eine klare Linie vom Bund. 

Bekenntnis zur Weidehaltung

Umweltminister wollen Klarheit im Umgang mit dem Wolf

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Die Umweltminister der Länder fordern vom Bund eine einheitliche Linie, wie künftig mit Problemwölfen umgegangen werden soll. Bei der Weidehaltung stärken die Minister den Bauern den Rücken.

München/Potsdam - Die Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern hat im Streit um den Wolf den Bauern Unterstützung zugesagt. Im Beschluss ihrer Herbstkonferenz am Freitag in Potsdam betonten die Minister die Bedeutung der Weidehaltung etwa von Rindern und Schafen. Sie sei zum Erhalt der Artenvielfalt unverzichtbar und müsse dauerhaft gesichert werden, heißt es in dem Beschluss, der unserer Zeitung vorliegt.

Der Bund wird darin außerdem aufgefordert, Definitionen für Problemwölfe, also auffällige Tiere, zu erarbeiten. Die Haltung von Tieren auf der Weide sei wegen der zunehmenden Zahl an Wölfen, die immer wieder Tiere reißen, bedroht, hatten Bauernverbände erklärt. Weidetierhaltung dürfe nicht dem Wolfsschutz untergeordnet werden. Die Minister forderten deshalb ein einheitliches Vorgehen beim Umgang mit auffälligen Wölfen. Das Bundesumweltministerium sagte zudem bereits zu, das gemeinsame Monitoring mit dem Nachbarland Polen zu intensivieren.

Wölfe im Bayerischen Wald und in der Oberpfalz

In Bayern ist der Nachweis des ersten Wolfsrudels noch nicht lange her: Anfang August teilte das Landesamt für Umwelt mit, dass drei Jungtiere im Bayerischen Wald in eine Fotofalle getappt waren. Auch auf dem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr in der Oberpfalz könnte laut Experten bald ein Rudel entstehen – oder sogar schon entstanden sein –, da dort seit Längerem weibliche und männliche Wölfe nachgewiesen sind. Über einen aktualisierten Management-Plan zum Umgang mit Wolfsrudeln verhandeln in Bayern derzeit die zuständigen Ministerien.

In anderen Regionen Deutschlands leben bereits weit größere Populationen. Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Agrarminister Till Backhaus (SPD) sagte nach der Konferenz, seinen Schätzungen nach gebe es heute bereits rund 650 Wölfe in Deutschland. Die Marke von 1000 Wölfen werde schneller erreicht als gedacht. Die Marke gilt als wichtig, weil Experten dann von einer guten genetischen Vielfalt ausgingen. Das wäre auch die Voraussetzung, um eine Begrenzung festzulegen. Backhaus ist der Meinung, dass man auch die rund 670 Wölfe in Westpolen zur Population dazurechnen müsse – somit sei die Marke womöglich schon erreicht.

Bauern-Vertreter fordern Strategien zur Sicherung der Weidenhaltung

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel, widersprach der Darstellung. Amtlich werden nur die erwachsenen Wölfe gezählt. Die Wolfswelpen beteiligten sich nicht an der Jagd und würden oftmals früh sterben. Für den Erhaltungszustand sei auch nicht allein die Zahl der Tiere entscheidend, sondern etwa auch der Zustand der Gebiete, in denen die Wölfe lebten.

In einem Brief an die Umweltminister hatten zuvor sieben Verbände als Vertreter der Bauern, Weidetierhalter und Jagdrechtsinhaber eine tragfähige Strategie zur Sicherung der Weidetierhaltung gefordert. In dem Schreiben kritisierten die Interessensvertreter, dass die Verantwortung zum Schutz der Tiere in Deutschland allein den Haltern auferlegt werde. In anderen Ländern fände eine deutlich aktivere Regulierung der Wolfsbestände statt – inklusive Bejagung.

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