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Der Wolf und die Almwirtschaft: Passt das zusammen?

Erfahrung aus Modellprojekt

Umweltministerium: Schutz vor dem Wolf auf Almen ist möglich

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Das erste Wolfsrudel in Bayern ist da – und damit auch die Debatte, wie Almbauern ihre Herdentiere vor dem Raubtier schützen können. Und ob das überhaupt möglich ist.

München – Nach Ansicht des Umweltministeriums ist es das. Ein Modellprojekt im Rotwandgebiet (Kreis Miesbach) habe gezeigt, „dass bestimmte Präventionsmaßnahmen gegen große Beutegreifer auch im bayerischen Alm- und Alpgebiet durchführbar sind“, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Florian von Brunn. Ob die Ergebnisse auf andere Almen übertragbar seien, müsse allerdings immer im Einzelfall geprüft werden.

Herdenschutz ist möglich, aber schwierig

Aus der Antwort geht auch hervor, welche Erkenntnisse das Ministerium aus den im Rahmen des Präventionsfonds durchgeführten Pilotprojekten gewonnen hat. So hätten die Erfahrungen gezeigt, dass nicht-elektrifizierte Zäune zum Schutz von Schafen und Ziegen mindestens 1,40 Meter hoch sein müssten. Und viele Nutztierhalter würden lieber auf Zäune als auf Herdenschutzhunde setzen. Ein Projekt zur Erarbeitung eines Herdenschutzkonzeptes wurde allerdings abgebrochen, weil die Zustimmung der Almbauern gefehlt habe.

Von Brunn schließt aus der Antwort, „dass selbst in alpinen Bereichen der Herdenschutz zwar nicht einfach, aber möglich ist“. Er sagte aber auch, dass Almbauern für die zusätzliche Arbeitsleistung für den Herdenschutz entschädigt werden sollten. Und dass gerade Herdenschutzhunde in touristischen Gebieten durchaus problematisch seien. Bislang hat sich das Umweltministerium nicht zum ersten Wolfnachwuchs in Bayern seit rund 150 Jahren geäußert. Für von Brunn ist dieses Verhalten symptomatisch. „Da wird der Kopf eingezogen, bis der Sturm vorüberzieht.“

Minister will „wolfsfreie Zonen“

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) hatte sich zuletzt für die Möglichkeit ausgesprochen, den Schutzstatus des Wolfes abzusenken, um im Einzelfall mit Abschüssen den Bestand regulieren zu können. Almen, die schwer zu umzäunen seien, müssten seiner Ansicht nach zu wolfsfreien Zonen erklärt werden.

Damit liegt Brunner auf einer Linie mit dem Bauernverband und vielen Almbauern. Die hatten 2011 selbst einen Versuch im Rotwandgebiet durchgeführt – und kamen zu einer anderen Einschätzung als das Umweltministerium. „Wir haben hinterher wesentlich mehr Fragen und Probleme gesehen als vorher“, sagt Brigitta Regauer vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern, deren Betrieb mit zwei anderen Bauern an dem Versuch mitgewirkt hat.

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