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Eine Liftanlage des Skigebietes Grasgehren am Riedberger Horn bei Obermaiselstein.

Bürgerentscheide am Sonntag

Skischaukel am Riedberger Horn: Umweltverbände schlagen Alarm

München - Am Sonntag stimmen zwei Allgäuer Gemeinden über eine neue Skischaukel ab. Umweltverbände wollen mit aller Macht gegen das Projekt ankämpfen.

Sollte eine Skischaukel am Riedberger Horn im Allgäu gebaut werden, drohten irreparable Schäden, hieß es am Freitag in einer Pressekonferenz von Deutschem Alpenverein (DAV), Bund Naturschutz (BN) und anderen Organisationen in München. Sie warnten vor massiven Gefahren für Tier- und Pflanzenarten - und kündigten an, gegen das Projekt notfalls gerichtlich vorzugehen.

„Das Riedberger Horn ist eine Perle unserer Heimat“, sagte BN-Chef Hubert Weiger. Das Gebiet sei Lebens- und Überlebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Zudem sollten sechs Hektar Bergwald gerodet werden.

Obermaiselstein und Balderschwang stimmen ab

Am Sonntag (18. September) sollen die Bürger von Obermaiselstein und Balderschwang darüber abstimmen, ob die Skigebiete Grasgehren und Balderschwang miteinander verbunden werden sollen. 1125 Bürger sind zur Abstimmung aufgerufen. Die Gemeinden streben den Zusammenschluss an, um für Urlaubsgäste attraktiv zu bleiben und im Wettbewerb mit benachbarten Skiregionen in Österreich bestehen zu können. Die Gemeinderäte hatten den Weg zu den Bürgerentscheiden frei gemacht.

Das Projekt ist höchst umstritten, weil die geplante Lifttrasse zwischen den Skigebieten durch einen streng geschützten Bereich der Alpen verläuft. Ungeachtet massiver Proteste von Naturschützern und Opposition hatte sich die CSU-Staatsregierung für eine Befragung der Bürger vor Ort ausgesprochen. Sollte sich eine deutliche Mehrheit für den Liftverbund aussprechen, will die Staatsregierung die notwendigen rechtlichen Schritte einleiten, um das Projekt zu ermöglichen.

DAV warnt vor Präzedenzfall

Die Verbände klagten übereinstimmend, eine „scheindemokratische Volksbefragung“ dürfe nicht über die Zukunft des Alpenplans entscheiden. DAV-Vizepräsident Rudi Erlacher warnte vor einem Präzedenzfall, sollte es wegen des Willens zweier Gemeinden eine Aufweichung des Alpenplans geben. Dann könnten andere Orte auf die Idee kommen, in gleicher Weise zu verfahren, argumentierte er.

dpa

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