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Deutliche Worte bekamen Ex-Ministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (re.) und der Abgeordnete Markus Ganserer (Mitte) am Rande der Justizopfer-Demo ab.

Kundgebung am Marienplatz

Unermüdliche Gerechtigkeits-Kämpfer demonstrieren für Justizopfer

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Sie sehen sich als Opfer der Justiz: Bei einer Demo in München werben Menschen, die vom Rechtsstaat enttäuscht sind, für ihre Anliegen.

München – Ein Mann mit Krawatte hält ein Bild seines Sohnes hoch, den Polizisten brutal zugerichtet haben sollen. Ein anderer im grauen Hemd sagt, bei Bauarbeiten am Marienplatz habe es Tausende Asbestvergiftete gegeben. Eine Rentnerin mit pinkem Hut, die ein Jahr im Gefängnis saß, kämpft seit elf Jahren um die Wiederaufnahme ihres Verfahrens.

Vor einer Bühne am Münchner Marienplatz haben sich an diesem Mittwoch gut 35 Demonstranten versammelt. Viele von ihnen sehen sich als Opfer der Justiz und fordern mehr Gerechtigkeit. Die kleine Demonstration würde bei den Passanten wohl weniger Beachtung finden, hätten sich nicht einige namhafte Gastredner eingefunden.

Unter ihnen sind der Grünen-Landtagsabgeordnete Markus Ganserer sowie die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), die die Veranstaltung moderiert. Die zwei Politiker sind sich einig: Es brauche mehr Richter, mehr und unabhängigere Staatsanwälte sowie ein anderes Petitionsrecht, um die Zahl der Justizirrtümer zu reduzieren. „Unsere Justiz arbeitet im Großen und Ganzen sehr gut“, sagt Ganserer, es gebe dennoch Ungerechtigkeiten, die man aufarbeiten müsse.

Einige der Demonstranten sehen das weniger differenziert, schimpfen auf „Muslime, die nur schnorren“, auf Beamte, Politik und Presse. Das merkt auch Leutheusser-Schnarrenberger. „Pauschale Kritik am Rechtsstaat und der Justiz halte ich nicht für berechtigt“, erwidert sie. Man müsse die einzelnen Fälle genau betrachten.

Und sie lobt den Initiator der Kundgebung, Horst Glanzer, einen Ex-Polizisten um die 60. Nach einer verkorksten Behandlung ist er finanziell und gesundheitlich ruiniert und scheut die Öffentlichkeit. Er ist nicht zu seiner Demo erschienen. Doch in Abgeordnetenbüros und Zeitungsredaktionen ist die „Ein-Mann-Bürgerwehr“, so nennt er sich, als unermüdlicher Anrufer bekannt. Damit hat er sogar Gesetzesänderungen erreicht. Und so hat er den Rednern, die dem Anliegen der Demonstranten-Gruppe an diesem Tag eine Stimme geben, ihr Erscheinen abgerungen. 

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