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Völlig zerstört: Der Mercedes SLK, mit dem ein 28-Jähriger aus Hamburg unter die Leitplanke der A 95 geraten ist. Gerade bei Regen häufen sich laut Polizei die Unfälle mit PS-starken Sportwagen.

Immer wieder schwere Unfälle bei Nässe

Sportwagen zu Schrott gefahren: Polizeichef warnt besonders vor einer Sache

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Immer wieder gab es in den vergangenen Tagen Unfälle von Sportwägen. Dabei kamen vor allem zwei Dinge zusammen, vor denen ein Polizeichef nun warnt.

Neuried – Am Dienstagabend um 18.31 Uhr schlägt der Piepser von Christian Reichert Alarm. Der Kommandant der Starnberger Feuerwehr macht sich sofort auf den Weg zur Autobahn 95 im Gemeindegebiet von Neuried (Kreis München). Als er rund 15 Minuten später dort ankommt, bietet sich ihm ein Bild der Verwüstung. Ein schwarzer Sportwagen, Typ Mercedes SLK,hat sich bedrohlich weit unter die Leitplanke gebohrt, das Auto ist völlig zerstört. „Der Rettungsdienst war bereits vor Ort, aber vom Fahrer war nicht viel zu sehen“, sagt Reichert. Für die Retter bedeutete das: Jede Sekunde zählt.

Mit schwerem Gerät flexten Reichert und seine Kollegen die Leitplanke weg, damit das Unfallopfer aus seinem Wagen geschnitten werden konnte. Wie die Polizei später mitteilte, handelt es sich dabei um einen 28-jährigen Mann aus Hamburg. Mit schweren Kopfverletzungen bringt ein Hubschrauber den Mann ins Krankenhaus, die Retter bangen um sein Leben. Am Mittwoch teilt die Polizei schließlich mit: Der Mann ist außer Lebensgefahr, liegt jedoch im künstlichen Koma.

Polizeichef warnt: „Leute überschätzen sich“

Offenbar war er ohne Fremdeinwirkung mit seinem Sportwagen ins Schleudern geraten und von der Straße abgekommen. Das zumindest legen Zeugenaussagen nahe. Demnach soll der 28-Jährige mit Tempo 140 bis 150 unterwegs gewesen sein. Auf dem Autobahnabschnitt gilt laut Polizei zwar keine Geschwindigkeitsbegrenzung, allerdings war die Fahrbahn nass vom Regen. Zudem war der Mann wohl nicht im eigenen Auto unterwegs, Fahrzeughalter ist eine große Mietwagen-Firma. Es entstand ein Sachschaden von rund 32 000 Euro.

„Leider haben wir überdurchschnittlich viele Unfälle mit Sportwagen bei Regen“, sagt Hubert Schwaiger, Leiter der Verkehrspolizei Weilheim. „Die Leute überschätzen sich.“ Erst am Dienstagnachmittag war ein 33-Jähriger – ebenfalls aus Hamburg und ebenfalls auf der A 95 –mit seinem Audi R8 in die Leitplanke gekracht. Im Gegensatz zu dem 28-Jährigen kamen er und seine Beifahrerin aber mit leichten Verletzungen davon.

Zum Ärger der Retter des Schwerverletzten trugen jedoch einige Verkehrsteilnehmer bei, die offenbar keine Lust hatten, im Stau zu stehen. Noch während der Unfallaufnahme ist laut Polizei ein Spaziergänger samt Hund an die Einsatzkräfte herangetreten und beschwerte sich über die Sperrung, die insgesamt fast zwei Stunden dauerte. Trotz der Aufforderung, sich wieder in sein Auto zu begeben, sei der Mann mit seinem Hund am zerstörten Wagen vorbeigegangen und habe sich nach der Unfallstelle wieder abholen lassen. „Und das war nicht der einzige, dem es zu lange gedauert hat“, sagt Feuerwehrkommandant Reichert. „Da spielen sich schon manchmal komische Sachen ab“, fällt ihm dazu nur ein.

Bilder: Audi prallt auf der A95 in Leitplanke

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