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Unfälle in Oberbayern: Das Landesamt für Statistik hat aktuelle Verkehrsunfall-Zahlen nach Landkreisen aufgeschlüsselt. Sie beziehen sich auf die Zeiträume Januar bis Oktober 2014 und – in Klammern – 2013.

Statistiken für Landkreise

So häufig kracht’s im Freistaat

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München – Die Unfälle auf Bayerns Straßen nehmen weiter ab. Das zeigen neue Zahlen des Landesamts für Statistik. Besonders auffällig: Im Verkehr sterben immer weniger Menschen. Alles gute Nachrichten – nur Oberbayern spielt den Ausreißer.

Mit solchen Zahlen schmücken sich Verkehrspolitiker gern. Nicht umsonst stellte Minister Joachim Herrmann (CSU) vor einigen Wochen die Unfalldaten bis August dieses Jahres vor. Die Essenz las sich erfreulich: Unfallzahlen – rückläufig. Verkehrstote – rückläufig. Stimmung – zuversichtlich. Die neuesten Zahlen des Landesamts für Statistik dürften die Zuversicht noch steigern.

In Bayern gehen die Unfallzahlen nämlich weiterhin kontinuierlich zurück. Von Januar bis Oktober dieses Jahres hat die Polizei 303 776 Unfälle im Straßenverkehr aufgenommen, genau 2,1 Prozent weniger als in den ersten zehn Monaten des Vorjahres. Besonders deutlich ist die Zahl der Todesopfer zurückgegangen. Im besagten Zeitraum des vergangenen Jahres lag sie noch bei 574, heuer waren es bis einschließlich Oktober 528. Heißt unterm Strich: acht Prozent weniger.

Oberbayern ist in mancher Hinsicht ein Ausreißer. Hier ist die Zahl der Toten bis Ende Oktober auf 181 gestiegen (im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 174). Das Gros der Landkreise hat mehr Verkehrstote zu beklagen. Im Kreis Traunstein hat sich die Zahl von neun auf 17 fast verdoppelt. Außerdem gab es laut Statistik auch mehr Schwerverletzte: 3436 statt 3325. Allerdings ist diese Zahl auch in Schwaben und Franken angestiegen – bayernweit waren es 10 010 Fälle (+100).

Polizei und Innenministerium sind mit Analysen zu diesen Zahlen noch zurückhaltend. Ein Sprecher von Minister Herrmann sagte mit Blick auf die sinkenden Unfall-Zahlen lediglich, dass sich die verstärkten Tempo-Kontrollen auszahlten. Da bestätige sich ein Trend. In den beiden oberbayerischen Präsidien hält man Analysen noch für verfrüht. Dort wartet man lieber, bis die Zahlen des gesamten Jahres vorliegen. Dann müsse man sich die Umstände der jeweiligen Unfälle anschauen. Mit Blick auf das Mehr an tödlichen Unfällen sagte ein Sprecher des Präsidiums Oberbayern Nord, man müsse grundsätzlich sehr genau hinschauen. Fordere ein Unfall mehrere Tote, sehe das in der Statistik gleich übel aus – dabei steckt dahinter „nur“ die Tragik eines einzigen Unfalls.

In der Stadt Rosenheim haben sie solche Gedanken nicht haben müssen. Dort kam im untersuchten Zeitraum kein einziger Mensch ums Leben, weder 2013 noch 2014. Auch in Würzburg, Coburg, Weiden in der Oberpfalz und kleineren Städten kam in diesem Jahr niemand im Verkehr ums Leben.

Auch erfreulich: Die Unfälle unter Rauschmitteleinfluss haben abgenommen, im ganzen Freistaat (1423 statt 1611) etwas deutlicher als im Bezirk Oberbayern. 529 Fälle waren es in diesem Jahr, 549 im gleichen Zeitraum 2013. Nach der Landeshauptstadt München (162) passieren Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss besonders häufig in Ingolstadt (34), im Landkreis München (28) und in den Landkreisen Traunstein und Rosenheim (26). Letzterer darf sich freuen – hier waren es im Vorjahreszeitraum noch 40 Unfälle dieser Art.

Einen noch größeren Schritt hat im Übrigen die Stadt Nürnberg gemacht: Während von Januar bis Oktober 2013 genau 93 Alkohol- oder Drogenunfälle passierten, waren es heuer 58.

Marcus Mäckler

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