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Für die Rettungskräfte war es ein besonders schwerer Einsatz am Bahnübergang in Soyen: Der 20-jährige Verunglückte stammt aus ihren Reihen.

20-Jähriger hat Zug übersehen

Feuerwehrler retten Kameraden aus zerquetschtem Auto

Soyen - Ein schlimmer Unfall hat sich zwischen Rosenheim und Mühldorf ereignet. Ein 20-Jähriger hat einen Zug übersehen, sein Auto wurde zerquetscht. Besonders tragisch: Bei dem Verunglückten handelt es sich um einen Feuerwehrkameraden.

Es ist noch hell, als die Feuerwehr Soyen alarmiert wird: Zwischen Rosenheim und Mühldorf ist ein schwerer Unfall passiert. Ein Auto und ein Zug sind kollidiert. Die Einsatzkräfte rücken aus und finden einen völlig demolierten Opel. Dann der Schock: Sie kennen den schwerverletzten Fahrer. Es ist einer ihrer Kameraden.

Die Feuerwehrler handeln sofort. Sie befreien den 20-Jährigen aus Wasserburg aus dem Wrack. „Sie haben professionell gehandelt“, sagt ein Sprecher der Polizei in Wasserburg.

Das Bild, das sich den Einsatzkräften bietet, ist selbst für routinierte Feuerwehrler nicht alltäglich. Das Auto ist völlig demoliert, vom hinteren Teil des Wagens ist kaum noch etwas übrig. Teile des Fahrzeugs liegen 200 Meter weit weg von der Unfallstelle, der Zug hat sie mitgeschleift. Die linke hintere Tür des Opels ist herausgerissen, das Dach völlig verbogen. „Das Fahrzeug wurde regelrecht zerfetzt“, sagt der Polizeisprecher. Ein Wunder, dass der junge Mann den Unfall überhaupt überlebt hat.

Er wollte bei Seeburg in der Gemeinde Soyen (Landkreis Rosenheim) trotz Warnlicht den unbeschrankten Bahnübergang überqueren. Dabei übersah er vermutlich, dass die Regionalbahn, die von Rosenheim nach Landshut unterwegs war, von links heranrauschte. Die beiden Fahrzeuge prallten zusammen und der Opel wurde gegen eine Leitplanke geschleudert.

Die Rettungskräfte befreiten den Mann aus den Trümmern. Er wurde mit dem Hubschrauber ins Rosenheimer Klinikum geflogen. Der Zugführer und die 28 Fahrgäste blieben unverletzt, sie wurden mit einem Bus zum nächsten Bahnhof gebracht. Der Zug wurde abgeschleppt. Die Bahnstrecke blieb bis 23 Uhr komplett gesperrt. „Am Triebwagen entstand ein Schaden von rund 25 000 Euro“, sagte der Polizist.

Die Staatsanwaltschaft hat zur Klärung der Ursache ein Gutachten in Auftrag gegeben. „Wahrscheinlich ist der 20-Jährige von der Sonne geblendet worden und hat nicht gesehen, dass das rote Licht geblinkt hat“, mutmaßt ein Polizist.

Für die Feuerwehr aus Soyen zählt jetzt nur noch eines: dass ihr Kamerad schnell wieder gesund wird.

Feuerwehrleute retten Kameraden nach Zug-Unfall: Bilder

Manuela Schauer

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