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Sechs Menschen starben in der Silvesternacht bei diesem Unfall auf der A 7 im Allgäu. Die Zahl der Verkehrstoten auf bayerischen Straßen ist dieses Jahr leicht angestiegen.

Was hinter der Unfallstatistik steckt

2016 wieder mehr Tote auf Oberbayerns Straßen

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Es gibt vor allem zwei Gründe, weshalb die Zahl der Verkehrstoten in Bayern im vergangenen Jahr gestiegen ist: Tempo und abgelenkte Fahrer. Die Polizei ist jedoch auch wegen anderer Entwicklungen alarmiert. 

München – Leichtsinn tötet. Die bayerische Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2016 bestätigt diese Binsenweisheit auf traurige Weise. 616 Menschen sind im Freistaat vergangenes Jahr bei Verkehrsunfällen gestorben – zwei mehr als noch im Jahr davor. In Oberbayern stieg diese Schreckenszahl deutlich stärker: von 173 auf 188 – um mehr als acht Prozent. Einige außergewöhnlich schwere Verkehrsunfälle mit mehreren Toten sind dafür ursächlich, erklärt die Polizei.

Auch die Zahl der Unfälle insgesamt ist leicht gestiegen – um knapp zwei Prozent auf 398.100. Die meisten davon ereigneten sich auf Landstraßen. Besonders zwei Gründe dafür gibt es. Erstens: Viele Autofahrer sind zu schnell unterwegs. Zweitens: Immer mehr Autofahrer beschäftigen sich am Steuer fremd – das Smartphone ist dabei der größte Ablenkungsfaktor. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) reagierte mit besonderem Unverständnis auf die Tendenz, dass Verkehrsteilnehmer am Smartphone während der Fahrt nicht mehr nur telefonieren, sondern auch Textnachrichten lesen und beantworten. „Das ist noch verrückter“, sagte Herrmann, als er am Montag in München die Statistik vorstellte.

Tempokontrollen sollen weiter verstärkt werden

Dieses Jahr soll darum das Thema Ablenkung am Steuer im Mittelpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei stehen, verspricht der Innenminister. Info-Veranstaltungen und Aufklärungskampagnen per Internet sowie Plakat-Aktionen sollen die Fahrer ansprechen. Auch die Kontrollen sollen verschärft werden: „Manche halten sich nur aus Angst davor, kontrolliert zu werden, an die Regeln“, konstatiert der Innenminister. Gegen zu schnelles Fahren hat die bayerische Polizei den Kontrolldruck laut Herrmann bereits deutlich verstärkt; davon zeugen gut 386 000 Anzeigen wegen Geschwindigkeitsverstößen im Jahr 2016 – über 17 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Zahl der Fahrverbote, die gegen Raser verhängt wurden, stieg um 12,3 Prozent auf rund 36.500. Die Tempokontrollen sollen weiter verstärkt und um besonderes Augenmerk auf Gurtmuffel – fast jeder fünfte tödlich verunglückte Autoinsasse war nicht angeschnallt – und alkoholisierte Fahrer ergänzt werden.

Letzteres ist ein weiterer Faktor, der der Polizei große Sorge bereitet. So hatten im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord bei 670 Unfällen die Schuldigen zu tief ins Glas geschaut – das ist ein Anstieg von fast einem Fünftel im Vergleich zum Jahr 2015, für das die Statistik 560 derartiger Unfälle verzeichnet. Verletzt wurden im Norden Oberbayerns 2016 wegen Alkohols am Steuer 384 Menschen, neun Menschen starben; bayernweit waren es 58 Tote. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd stellte am Montag noch keine eigenen Zahlen zur Verfügung.

„Junge Fahrer in Relation viel auffälliger“

Bayernweit stieg die Zahl der von Senioren ab 65 Jahren verursachten tödlichen Verkehrsunfälle um knapp acht Prozent auf 150. Die von jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 24 verursachten tödlichen Unfälle gingen um fast 5 Prozent auf 119 zurück. Besonders bei den Geisterfahrern gebe es einen „sichtbaren Anteil von Senioren“, so Herrmann. Insgesamt seien aber „die jungen Fahrer in Relation viel auffälliger“ in der Unfallstatistik verzeichnet, da Senioren in der Regel defensiv führen.

Um die Zahl der Unfälle über die kommenden Jahre wieder zu senken, verspricht Herrmann, bis zum Jahr 2020 440 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln in die „gebaute Verkehrssicherheit“ der Bundes- und Staatsstraßen zu stecken und so Unfallschwerpunkte zu entschärfen. Herrmann kündigt an: „Wir müssen schauen, dass mehr Verkehr nicht automatisch mehr Unfälle bedeutet.“

Lesen Sie auch: 2016 gab es bundesweit weniger Verkehrstote denn je

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