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Todesfalle: Bei dem Busunfall auf der A 9 im Landkreis Hof starben im Juli 18 Personen. Das beeinflusst die Unfallstatistik.

Unfallstatistik 2017 

Mehr Schwerlast-Unfälle, aber weniger Tote

Die Zahl der Unfalltoten in Bayern ist so niedrig wie nie. 2017 starben 608 Menschen. Insgesamt gab es aber mehr Unfälle – besonders im Schwerverkehr. Auch Raser und Betrunkene bereiten der Polizei Sorgen.

München – Manche Nachrichten können nie gut klingen. Es ist allenfalls eine positive Tendenz, dass die Zahl der Verkehrstoten in Bayern im Jahr 2017 so niedrig war wie seit Beginn der Aufzeichnungen vor 60 Jahren nicht. 608 Menschen starben – im Jahr davor waren es noch 616, vor zehn Jahren knapp 800. „Wir sind damit aber nicht zufrieden“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Vorstellung der Unfallstatistik. „608 Tote sind immer noch viel zu viel.“

Ministerium und Polizei werten Jahr für Jahr alle Unfälle aus, um an Lösungen für mehr Verkehrssicherheit zu arbeiten. Die Schlussfolgerung ist immer die gleiche: Es braucht mehr Verkehrskontrollen, sonst werden Regeln nicht beachtet. Ein paar Beispiele: Raser verursachten 2017 laut der Statistik rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle, die Zahl der getöteten Menschen erhöhte sich auf 226 (2016: 215). Die Zahl der Alkoholunfälle stieg auf 4821 (im Vorjahr 4715), 59 Personen starben. Wegen Missachtung des Sicherheitsabstands auf Autobahnen kamen 70 Menschen ums Leben, wegen Weglassen des Anschnallgurts 61.

Herrmann: „Werden auch dieses Jahr intensive Kontrollen durchführen“

 „Nachdem offenbar immer noch zu viele Unbelehrbare unterwegs sind, werden wir auch in diesem Jahr intensive Kontrollen durchführen“, sagte Herrmann. Auch der inzwischen etablierte Blitzermarathon findet wieder statt. Höhere Geldstrafen seien aber keine Pauschallösung, sagte Herrmann. Die bittersten Strafen seien Fahrverbote oder der Entzug des Führerscheins.

Interessant ist die Zusammensetzung der Verkehrstoten. Während die Zahl der getöteten Pkw-Insassen und Motorradfahrer um jeweils rund acht Prozent zurückging, gab es deutlich mehr Tote im Schwerlastverkehr. Die Zunahme binnen eines Jahres beträgt ein Drittel – auf 157 Fälle. Das liege an mehr Lkw-Verkehr, Unfällen beim Abbiegen wegen des toten Winkels und riskanten Überholmanövern von Autofahrern.

Der Trend zu weniger Toten ist nicht selbstverständlich, wenn man die Fahrzeugzulassungen betrachtet. Hier gab es ein Plus von 2,1 Prozent auf 9,7 Millionen. Es stieg auch die Gesamtunfallzahl auf 404 951 (plus 1,7 Prozent). Zwei außergewöhnlich schwere Unglücke beeinflussten zudem die Statistik negativ: Am Neujahrstag 2017 waren wegen Nebels auf der A 7 bei Kempten sechs Personen gestorben, im Juli brannte ein Bus auf der A 9 in Münchberg (Oberfranken) aus. 18 Menschen kamen ums Leben.

Unfallschwerpunkt bleiben die Landstraßen, 367 Menschen starben dort (2016: 394). Der Innenminister verwies auf Maßnahmen zur Entschärfung von Unfallschwerpunkten. Einem generellen Tempolimit erteilte Herrmann eine Absage – ortsbezogene Beschränkungen „erzielen mehr Aufmerksamkeit“, sagte er.

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