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Merkur-Redakteur Dirk Walter.

Neue Erkenntnisse zum Zugunglück

Unglück von Bad Aibling: Herrmann, die Plaudertasche

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Wochen nach dem schrecklichen Zugunglück in Bad Aibling sind neue Erkenntnisse bekannt geworden. Innenminister Joachim Herrmann nannte diese gegenüber der Bild-Zeitung. Die zuständigen Ermittler sind davon wenig begeistert. 

Si tacuisses, philosophus mansisses – wenn Du geschwiegen hättest, wärst Du Philosoph geblieben. Man kann es auch etwas gröber ausdrücken: Nicht alles, was man weiß, muss man sofort austratschen. Innenminister Joachim Herrmann aber hat Erkenntnisse aus laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft preisgegeben – wohl wissend, dass das Bad Aiblinger Zugunglück mit elf Toten und über 80 Verletzten ein äußerst sensibles Thema ist, das sich absolut nicht zur politischen Profilbildung eignet.

Über Herrmanns Vorstoß wunderten sich am Dienstag in seltener Einhelligkeit die Ermittler von Staatsanwaltschaft, Polizei und Bahn. Schließlich ist ihre Arbeit zur Aufklärung der Unglücksursachen längst nicht beendet. Sie hat Herrmann vor den Kopf gestoßen. Aber nicht nur das: Er hat auch den mutmaßlichen Hauptverantwortlichen bloßgestellt – und genau das wollten alle Beteiligten eigentlich tunlichst vermeiden.

Der Fahrdienstleiter, der an jenem Faschingsdienstag in Bad Aibling wahrscheinlich fatale Fehlentscheidungen traf, wird an seiner (mutmaßlichen) Schuld schwer tragen. Auf ihn kommt auch ein Strafverfahren zu. Es ist nicht angebracht, dass ihm Fehlverhalten vorab von Politikern vorgehalten wird. Der CSU-Politiker Herrmann, eigentlich ein ganz erfahrener Mann, hat bei der Gier nach Schlagzeilen maximalen Flurschaden angerichtet. Man darf ihn nun Plaudertasche nennen.

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