Brand in Reifenlager: Polizei warnt Anwohner in Feldkirchen

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Die Einwanderer scharen sich zurzeit zu Tausenden auf Bayerns Hauswänden, wie in Kreut im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Das unheimliche Krabbeln

Fischbachau/Königsdorf – Der heimische Marienkäfer ist in Gefahr. Ein Artgenosse aus Asien macht ihm den Lebensraum streitig. Auch die Menschen spüren das. Der Kälteeinbruch treibt den Eindringling in Häuser und Wohnungen.

Es sind Dutzende, Hunderte, Tausende. Gekommen sind sie mittags, abends verkriechen sie sich wieder. Marienkäfer. Erst als Walter Wechselberger genauer hinsieht, bemerkt er den Irrtum. Die Insekten, die sich in Schwärmen an seiner Hauswand bei Fischbachau im Landkreis Miesbach scharen, sind nicht die Marienkäfer, die er kennt. Ihre Farben variieren zwischen hellgelb und dunkelrot. Manche tragen keine Punkte, manche kaum erkennbare und andere wieder so viele, dass es erscheint, als wären sie schwarz und hätten rote Flecken. Marienkäfer sind auch sie – aber asiatische. Und die wollen ins warme Hausinnere, fliehen vor der Kälte.

Wie Wechselberger geht es vielen Bayern.In Kreut bei Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen klagt ein ganzes Dorf über die ungebetenen Gäste. Auch in den Landkreisen Rosenheim und München treten die Käfer in Scharen auf. „Vor fünf bis sechs Jahren ist der asiatische Marienkäfer zu uns gekommen“, erklärt Ernst-Gerhard Burmeister, Stellvertretender Direktor der Zoologischen Staatssammlung München. Als Milbenfresser in Gewächshäusern setzte man ihn ein. Doch die robusten Schädlingsbekämpfer haben sich massiv vermehrt, und sind selbst zur Plage geworden. Zumindest sind sie das für ihre heimischen Artgenossen, die sie langsam aber sicher aus Bayern verdrängen. „Die Larven der asiatischen Käfer fressen die der heimischen“, sagt Burmeister. Die aggressiven Zuwanderer knabbern aber auch gerne mal erwachsene Käfer an – und im Zweifelsfall auch Menschen. „Das kann vorkommen, wenn sie keine Läuse mehr finden.“ So ein Käferbiss „zwickt aber nur leicht“.

Ein Problem ist, dass den Exoten selbst eben keiner beißen will. Wird er angegriffen, sondert er – wie alle Marienkäfer – eine Reflexblutung ab. Das Sekret „ist für einen Fressfeind wie einen Vogel giftig“, erklärt Burmeister. Diesen Käfer frisst also keiner zweimal. Um die lästigen Tiere loszuwerden, wenn sie sich in der Wohnung niederlassen, hat der Fachmann eine alltagstaugliche Lösung parat: Einfach wegsaugen. „Danach muss der Staubsaugerbeutel aber ins Tiefkühlfach, sonst leben die Käfer darin weiter.“ Kurioserweise überlebten meist die Käfer den Winter nicht, die es nach drinnen schaffen. „Die Luft ist zu trocken.“ Die Tiere gehen ein. Den Frost würden dagegen viele überstehen.

Sebastian Horsch

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