Uniklinik Erlangen: Koma-Geburten nicht vergleichbar

Erlangen/Nürnberg - Die Erlanger Uni-Klinik hält den Nürnberger Fall einer Koma-Geburt nicht für vergleichbar mit dem am Freitag veröffentlichten Erlanger Fall.

Darauf hat die Klinik am Montag in einer Pressemitteilung hingewiesen. Es gebe eine Reihe von Unterschieden zwischen den Geburten der beiden ins Koma gefallenen Frauen, sagte der Erlanger Klinik-Sprecher Johannes Eissing der Deutschen Presse-Agentur dpa. Einzelheiten wollte Eissing mit Blick auf eine am Mittwoch in Erlangen angesetzte Pressekonferenz allerdings nicht nennen.

An der Klinik Erlangen hat vor rund eineinhalb Jahren angeblich weltweit erstmals eine durch Herzinfarkt ins Wachkoma gefallene Frau ein gesundes Kind zur Welt gebracht. Ärzten und dem Pflegeteam der Uniklinik Erlangen sei es gelungen, die Schwangerschaft der 40 Jahre alten Mutter 22 Wochen lang bis zur Entbindung fortzusetzen. Daraufhin hatte das Klinikum Nürnberg berichtet, erst im vergangenen Sommer das Kind einer im Koma liegenden 30 Jahre alten Frau entbunden zu haben. Sie sei nach einem Herz-Kreislaufstillstand ins Wachkoma gefallen.

Ungeachtet der offenen Frage der Einzigartigkeit des Erlanger Fall begrüße die Uniklinik Erlangen, "dass die beiden Fälle eine öffentlich Diskussion über die Frage ausgelöst haben, was medizinisch machbar und ethisch richtig sei", betonte der Professor für Ethik in der Medizin, Andreas Frewer, in einer Erklärung. "Anliegen des Universitätsklinikums ist es, mit der sachlichen und anonymen Veröffentlichung des außergewöhnlichen Falles zu zeigen, wie unterschiedlichste Fachdisziplinen auf höchstem Niveau verantwortlich zum Wohl von Mutter und Kind zusammenarbeiten", fügte Frewer hinzu.

dpa

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