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In Koblenz Realität: eine städtische Seilbahn.

Unkonventionelle Ideen: Eine Seilbahn im Osten von München

München – Eine Seilbahn, neue Tunnel-Bahnstrecken in München, ein dichterer Takt für die Bayerische Oberlandbahn – das sind nur einige der unkonventionellen Vorschläge, die zwei Verkehrsplaner auf eigene Faust erarbeitet haben.

Der Eisenbahningenieur Stefan Baumgartner und der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Kantke haben in Bahnkreisen zirkulierende Vorschläge gebündelt – und als Alternative zum zweiten Stammstreckentunnel am Donnerstag erstmals an der TU München präsentiert.

Baumgartner und Kantke sind das, was man „Pufferküsser“ nennt – Bahnfreaks, die jede Verbindung auswendig kennen. Ihr Konzept preisen sie als Modell „aus einem Guss“ an. Zumindest einen Sympathisanten haben sie schon: Martin Runge, den Verkehrsexperten und Fraktionschef der Grünen im Landtag, mit dem die Planer schon länger in Verbindung stehen. Runge rät dazu, das Konzept zumindest zu prüfen, wenn auch kritisch. Das wird auf politischer Ebene wohl erst dann geschehen, wenn erstens München für Olympia 2018 eine Absage erfährt und zweitens damit der Stammstreckentunnel auf die lange Bank geschoben wird.

Im Einzelnen schlagen Baumgartner und Kantke folgende Verbesserungen vor:

-eine sogenannte Gröbenzeller Spange als Verbindung zwischen den Bahnstrecken Pasing-Geltendorf und Pasing-Augsburg. Sie gab es schon einmal in Kriegszeiten, zwischen Eichenau und Puchheim ist sogar der alte Bahndamm noch erkennbar. Die Verkehrsplaner wollen auf dieser Strecke den Fern- und Regionalverkehr auf die Augsburger Strecke ableiten und so die S 4-Strecke entlasten. Damit könne ein teurer viergleisiger S-4-Ausbau vermieden werden. Allerdings gibt es vor Ort schon Proteste.

-eine Seilbahn soll den S 8-Haltepunkt Englschalking mit dem S 2-Bahnhof Riem und der U-Bahn-Station Messestadt-West verbinden – als Alternative zu einer nicht vorhandenen Tangentialverbindung. Die MVG oder die Messe München müssten die Seilbahn betreiben, fordern Baumgartner und Kantke. Sie nennen den Vorschlag „unkonventionell“. In Koblenz gibt es so etwas tatsächlich – die Rheinseilbahn führt seit 2010 über den Rhein, sie wurde für die Bundesgartenschau 2011 gebaut, soll aber später wieder demontiert werden.

-die BOB sollte künftig anders geflügelt werden, schlagen die Planer vor. Jeweils zwei Züge sollten nach Rosenheim bzw. Bayrischzell (mit Aufteilung in Holzkirchen) sowie nach Lenggries und Tegernsee (mit Flügelung in Schaftlach) fahren. Bisher wird die dreigliedrige BOB in Holzkirchen in ihre drei Fahrtrichtungen aufgesplittet. BOB-Geschäftsführer Heino Seeger hätte im Prinzip den gleichen Wunsch, wie er unserer Zeitung sagte. Doch müsse vorher die Strecke Holzkirchen-Bayrischzell elektrifiziert werden.

-sehr teuer wäre eine neue Bahnstrecke Neulustheim (westlich von Schloss Nymphenburg) bis Neufahrn-Nord. Die beiden Planer preisen sie als Alternative zum (derzeit nicht absehbaren) viergleisigen Ausbau der S 1-Westtrasse nach Freising. Problem: Hier müsste ein Tunnel entstehen, er wäre etwa eine Milliarde Euro teuer. Vorteil: Ein Non-stop-Zug ab München würde bis zum Flughafen nur noch 20 Minuten brauchen.

Dirk Walter

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