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Die Bayerische Oberlandbahn

Rüge für Zugbetreiber

Unpünktlich: BOB ist neues Sorgenkind

München - Bei der Bayerischen Oberlandbahn gibt es massive Probleme. Jede dritte Verbindung ist zu spät dran. Nun hagelt es Kritik.

Nach dem Verspätungs-Ärger beim Rosenheimer „Meridian“ und der Werdenfelsbahn steht nun die Bayerische Oberlandbahn (BOB) in der Kritik: Der Freistaat hat den privaten Betreiber der Zuglinien von München nach Holzkirchen und weiter nach Bayrischzell, Tegernsee und Lenggries öffentlich gerügt. „Die BOB hat sich zum aktuellen Sorgenkind entwickelt“, sagt Chef der staatlichen Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), Johann Niggl.

Im Januar war demnach jeder zehnte Zug sechs Minuten oder mehr verspätet, die Pünktlichkeit lag statistisch gesehen bei nur noch 90,7 Prozent. Der Februar-Wert war mit 88,6 Prozent noch schlechter. Mit diesem Wert landete die BOB bayernweit auf dem letzten Platz. Im März gab es eine Verbesserung, aber auch katastrophale Ausreißer nach unten. Nach Informationen unserer Zeitung sank die Pünktlichkeit am Donnerstag vergangener Woche auf nur noch 77,7 Prozent. Am Montag (31. März) waren es nur noch 65,4 Prozent – jeder dritte Zug war damit verspätet. Unter der Hand heißt es bei den Kontrolleuren: „Wir könne keine nachhaltige Stabilisierung sehen.“

Die größten Probleme gibt es mit den Kupplungen. Die BOB hat zwei Zugtypen im Einsatz. Sowohl bei der Baureihe „Integral“ als auch beim „Talent“ gibt es Störungen, wenn die dreiteiligen Züge auf dem Weg ins Oberland in Holzkirchen entkuppelt werden. Hinzu kommen Mängel bei der Fahrgastinformation und den Fahrkartenautomaten. Die BOB bestätigt die Probleme. Die Kupplungen würden aber überarbeitet, auch der Fahrplan wurde geändert. „Das greift nicht so schnell, die Tendenz geht aber wieder nach oben“, behauptete eine Sprecherin. Die BEG indes warnt, dass es neben den üblichen Strafzahlungen auch „zusätzliche Sanktionsmöglichkeiten“ gebe – im Extremfall eine Vertragsabmahnung mit Kündigung. „Aber das wollen wir natürlich nicht.“ Die BOB gehört zum französischen Konzern Veolia, der auch den „Meridian“ auf dem Rosenheimer Streckennetz betreibt. Auch hier gab es anfangs Schwierigkeiten. Nun läuft es laut BEG besser.  

dw

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