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Unterallgäu - Mindelheim

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Rathaus und Marienplatz Mindelheim Landkreis Unterallgäu
Rathaus und Marienplatz Mindelheim im Landkreis Unterallgäu © IMAGO

Das Unterallgäu wurde dank Wasserdoktor Sebastian Kneipp weit über Bayern hinaus berühmt. Alle Infos von der Geschichte und Lage des Landkreises bis hin zu Wirtschaft, Politik und Sehenswürdigkeiten auf einen Blick.

Mindelheim – Der Landkreis Unterallgäu verbindet geschickt ländliche Traditionen und wirtschaftlichen Fortschritt. Neben der blühenden Landwirtschaft ist die Region der Sitz bedeutender Industrieunternehmen und renommierter Anbieter im Gesundheitssektor.

Landkreis Unterallgäu – seine Geschichte

Der Landkreis Unterallgäu besteht in seiner heutigen Form seit dem 1. Mai 1973. Bis es soweit kam, änderten sich in der Geschichte der Region die Bezeichnungen und Kreisgrenzen mehrere Male. Begonnen hatte die Gliederung der Gebiete Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Einteilung in Gerichtsbarkeiten. Auf dem Kreisgebiet waren das 1804 die Landgerichte:

Vier Jahre später folgte das Stadtgericht Memmingen.

1862 reformierte die Regierung diese Aufteilung und wandelte die Gerichte in Bezirksämter um. Das Bezirksamt Mindelheim bestand damals aus der Kreisstadt Mindelheim und dem Markt Türkheim.

1939 kam unter den Nationalsozialisten bundesweit die Bezeichnung „Landkreis“ auf. Auf der Fläche des jetzigen Unterallgäus entstanden die Landkreise Memmingen und Mindelheim.

1972 wurde aus einem Großteil der Gemeinden dieser beiden Landkreise der neue Kreis Mindelheim. Die kreisfreie Stadt Memmingen bildet seitdem einen eigenen Sektor.

1973 kam es zum Namenswechsel und der Landkreis heißt bis heute Unterallgäu.

Das Autokennzeichen dieses bayerischen Kreises ist seit 1978 durchgängig MN. Es gab bereits 1972 zur Einführung des Landkreises Mindelheim eine Debatte darüber, ob andere Kennzeichen sinnvoller wären. Diesen Vorschlag brachte Landrat Hans-Joachim Weirather Anfang der 2000er-Jahre erneut auf, da das UA oder UAL zu den Bezeichnungen der Nachbarlandkreise Ober- und Ostallgäu (OA und OAL) gepasst hätten. Doch diese Eingabe wurde abgelehnt.

Unterallgäu – Lage und Infrastruktur des bayerischen Landkreises

Der Landkreis Unterallgäu gehört zum Regierungsbezirk Schwaben und liegt im äußersten Südwesten Bayerns.

Er grenzt an folgende Nachbarlandkreise:

Eine weitere westliche Begrenzung bildet die kreisfreie Stadt Memmingen.

Ein wichtiger Faktor für die stabile Infrastruktur des Landkreises sind die vorteilhafte Lage und die gut ausgebauten Verkehrswege. Mit der Nähe zu den Bundesautobahnen A7 und A96 stehen dem Unterallgäu wichtige Verkehrsschlagadern für den Warentransport zur Verfügung. Der Allgäu Airport in Memmingen sowie die Bahnlinien München–Lindau und Ulm–Kempten bieten weitere verkehrstechnische Vorzüge.

Diese einfache Erreichbarkeit der Region ist ein großes Plus für Unternehmen, Pendler und Touristen. Sie gelangen innerhalb von circa einer Stunde Fahrzeit in:

Unterallgäu – Daten und Fakten zu den Einwohnern

Das Unterallgäu besitzt eine Fläche von circa 1.230 Quadratkilometern und hat rund 145.340 Einwohner. Das entspricht ungefähr 118 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Die Einwohner verteilen sich im Landkreis auf 52 Kommunen, 2 Städte, 38 Gemeinden und 12 Märkte.

Unterallgäu: Die Städte im Landkreis

Der Landkreis Unterallgäu besitzt mit Mindelheim und Bad Wörishofen zwei Städte.

Mindelheim ist die Kreisstadt und hat etwa 15.000 Einwohner. Zum Stadtgebiet gehören die Gemarkungen:

Mindelheim ist vor allem durch Georg von Frundsberg, den Vater der Landsknechte bekannt. Sein Stammsitz, die Mindelburg, ist ein berühmtes Wahrzeichen Mindelheims. Ihm zu Ehren findet in Mindelheim seit 1853 alle drei Jahre das Frundsbergfest statt. Es ist eines der größten historischen Feste Deutschlands.

Bad Wörishofen ist der Entstehungsort der Wasserkuren des Pfarrers Sebastian Kneipp, der hier im 19. Jahrhundert wirkte. Heute ist der Ort ein anerkannter Kneippkurort und steht ganz im Zeichen von Hydrotherapie und Naturheilkunde. Bad Wörishofen ist zudem die größte Stadt im Landkreis Unterallgäu. Zum Stadtgebiet gehören:

Landkreis Unterallgäu – Wissenswertes zur Wirtschaft

Die Wirtschaft im Unterallgäu ist vor allem von der Landwirtschaft und dem produzierenden Gewerbe geprägt.

Die gut 2.100 landwirtschaftlichen Betriebe sind überwiegend in der Milchproduktion tätig. In den Ställen der Unterallgäuer Landwirte stehen über 127.000 Rinder, 62.000 davon sind Milchkühe. Damit ist das Unterallgäu der größte Milchproduzent in ganz Bayern. Einer der größten Milchviehbetriebe ist der Viehweidhof in Hausen bei Mindelheim. In den modernen Laufställen leben über 1.000 Rinder.

Zu diesem Wirtschaftssektor gehören auch etliche milchverarbeitende Betriebe. Größter Arbeitgeber in diesem Bereich ist die Molkerei Ehrmann AG in Oberschönegg. Außerdem umfasst die Landwirtschaft im Landkreis Unterallgäu:

Die landwirtschaftlich genutzten Flächen im Unterallgäu betragen rund 71.000 Hektar, was 58 Prozent der Gesamtfläche des Landkreises entspricht.

Landkreis Unterallgäu – die Industrie

Im produzierenden Gewerbe verfügt der Landkreis ebenfalls über einige bedeutende Arbeitgeber, allen voran das Maschinenbau-Unternehmen Grob-Werke GmbH & Co KG mit Stammsitz in Mindelheim. Weitere Standorte der Industrie im Unterallgäu sind:

Neben diesen Unternehmen gibt es im Unterallgäu eine Vielzahl mittelständischer Betriebe und Kleinunternehmen. Das produzierende und verarbeitende Gewerbe im Unterallgäu hat zudem den größten Exportanteil in ganz Schwaben. Ein weiteres starkes Standbein der Region ist das Handwerk mit über 2.400 Betrieben.

Das Unterallgäu gehört mit 1,8 Prozent zu den Landkreisen mit der geringsten Arbeitslosigkeit in Bayern und Deutschland.

Unterallgäu – Politik und Parteien

Das wichtigste politische Organ im Landkreis Unterallgäu ist der Kreistag, der die Interessen der Bürger des Kreises vertritt. Der Unterallgäuer Kreistag besteht aus dem Landrat und 60 Kreisräten. Den Landrat stellen in diesem Kreis überwiegend die Freien Wähler (FW) und die CSU.

Die Freien Wähler sind keine Partei, sondern ein Verein. In Bayern bildeten sich diese Gemeinschaften seit den 1950er-Jahren mit dem Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern eine Alternative zu den Kandidaten der politischen Parteien anzubieten. Die Freien Wähler waren zunächst unter dem Kürzel FWV in den Wallisten vertreten. Heute ist die Kurzform FW gebräuchlich.

Seit Bestehen des Landkreises übernahmen bisher folgende Personen das Amt des Landrats:

Der aktuelle Landrat ist seit dem 1. Mai 2020 Alex Eder (FW). Er bestimmt maßgeblich die Politik im Unterallgäu. Als Chef der Kommunalverwaltung und des Landratsamtes vertritt er zudem den Freistaat Bayern und den Bund, für die er zahlreiche Aufgaben wie Verbraucherschutz, Kfz-Zulassung oder die Bauaufsicht übernimmt.

Landkreis Unterallgäu – Sehenswürdigkeiten rund um Mindelheim

Viele Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote im Landkreis Unterallgäu sind eng mit den Lehren von Sebastian Kneipp verbunden. Daher trägt die Region auch den Beinamen Kneippland. Sehenswerte Ziele sind zum Beispiel:

Wanderer kommen auf den Abschnitten der Fernwanderwege auf ihre Kosten. Im Landkreis Unterallgäu verlaufen:

Weitere Attraktionen im Unterallgäu sind der Freizeitpark Skylinepark in Türkheim sowie zahlreiche Museen

wie:

Das Unterallgäu ist darüber hinaus ein Paradies für Radfahrer. Ein gut ausgebautes Wegenetz ermöglicht erlebnisreiche Touren durch die abwechslungsreiche Naturlandschaft.

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