Altes Rathaus Marktoberdorf
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Zwischen Alpina und Neuschwanstein

Ostallgäu

  • vonCarolin Schulz-Osterloh
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Der Landkreis Ostallgäu liegt in der Metropolregion München und ist mit seiner Geschichte, den Königsschlössern, Bergen und Seen ein beliebtes Ausflugsziel.

  • Der Landkreis Ostallgäu gehört zu den neun Erlebnisräumen des Allgäus.
  • Die Milchwirtschaft, der Tourismus und international tätige Unternehmen bilden die drei soliden Standbeine der Wirtschaft in dieser Region.
  • Das ländliche Ostallgäu verfügt aufgrund seiner ausgezeichneten Verkehrsanbindungen über einige florierende Industriestandorte.

Marktoberdorf – Die Kreisstadt Marktoberdorf ist ein anerkannter Erholungsort und mit 758 Metern Höhe die höchstgelegene Kreisstadt Deutschlands sowie eine der höchsten Städte in Bayern und dem Ostallgäu.

Ostallgäu – die Lage des Landkreises

Das Ostallgäu befindet sich im Alpenvorland und gehört aufgrund dieser Lage zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Der Landkreis grenzt im Norden an das Unterallgäu und Augsburg, im Osten an die Kreise Landsberg am Lech, Weilheim-Schongau sowie Garmisch-Partenkirchen. Im Süden begrenzen die Bergketten der Alpen das Ostallgäu. Sie gehören zum österreichischen Bundesland Tirol. Im gesamten Westen bildet das Oberallgäu die Grenze zu diesem Landkreis.

Der Landkreis Ostallgäu ist im nördlichen Teil bei Lamerdingen mit einer Höhe von 587 Metern über dem Meeresspiegel am niedrigsten. Der Mittelteil kommt auf eine Höhe von durchschnittlich 800 Metern, während sich der höchste Punkt mit 2.082 Metern an der Hochplatte in den Ammergauer Alpen befindet.

Durch das Ostallgäu fließen die vier großen Flüsse:

  • Lech
  • Wertach
  • Günz
  • Mindel

Die Wertach und der Lech entspringen in Österreich. Mindel und Günz haben ihre Quelle im Allgäu. Die Wertach mündet bei Augsburg in den Lech. Dieser fließt zusammen mit der Mindel und der Günz in die Donau.

Landkreis Ostallgäu – seine Geschichte

Das Ostallgäu gehörte in großen Teilen seiner heutigen Struktur zum Herrschaftsbereich des Fürstbischofs zu Augsburg. Dieser weltliche Besitz des Hochstifts Augsburg wurde 1803 im Rahmen der Säkularisation vom Staat Bayern eingezogen. Damit beginnt die eigentliche Geschichte des Landkreises.

1804 entstanden im Rahmen dieser Verwaltungsreform die Landgerichte:

  • Buchloe
  • Kaufbeuren
  • Füssen
  • Oberdorf
  • Obergünzburg

Am 1. Januar 1939 erhielten die früheren Landgerichte unter der nationalsozialistischen Herrschaft die Bezeichnung Landkreise, die bis heute in Gebrauch ist. Auf dem Gebiet des heutigen Ostallgäus entstanden die drei Gerichte:

  • Füssen
  • Kaufbeuren
  • Marktoberdorf

Diese Ordnung blieb bis zur großen bayerischen Gebietsreform am 1. Juli 1972 erhalten. Damals wandelte die Regierung die drei einzelnen Landkreise und ihre Gemeinden bis auf einige wenige Änderungen und Ausnahmen in den neuen Landkreis Marktoberdorf um.

1973 bekam der Landkreis die bis heute aktuelle Bezeichnung Ostallgäu. Marktoberdorf ist seitdem Sitz des Kreistages und damit die Kreisstadt der Region.

Das Autokennzeichen des Landkreises ist seit 1973 OAL für Ostallgäu.

Landkreis Ostallgäu – Daten und Fakten zu den Einwohnern

Im Landkreis Ostallgäu leben etwa 141.000 Menschen (Stand: Dezember 2019).Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von circa 101 Einwohnern pro Quadratkilometer. Damit ist der Kreis nach Garmisch-Partenkirchen der am dünnsten besiedelte Landkreis im Süden von Bayern.

Am dichtesten besiedelt sind die Städte:

  • Buchloe mit 367 Einwohnern pro Quadratkilometer
  • Füssen mit 356 Einwohnern pro Quadratkilometer
  • Marktoberdorf mit 197 Einwohnern pro Quadratkilometer

Das Bevölkerungswachstum stagnierte zwischen 2008 und 2013 für einige Jahre. Doch seitdem steigen die Einwohnerzahlen wieder stetig an. Das liegt vor allem an der blühenden Wirtschaft und der hohen Lebensqualität in den Städten.

Am dünnsten besiedelt sind die ländlichen Gemeinden Kraftisried, Halblech, Stötten am Auerberg sowie Schwangau. Dabei kommt Halblech mit 28 Einwohnern pro Quadratkilometer auf die geringste Bevölkerungsdichte im Landkreis.

Landkreis Ostallgäu – Städte und Gemeinden im Kreisgebiet

Der Landkreis Ostallgäu besitzt insgesamt 45 Gemeinden. Diese setzen sich aus Dörfern und Weilern sowie der Kreisstadt Marktoberdorf und den Kleinstädten Buchloe und Füssen zusammen. Die 45 Städte, Dörfer und Weiler sind im Landkreis in zehn Verwaltungsgemeinschaften (VG) unterteilt.

Eine Ausnahme bilden hierbei die Städte Füssen und Marktoberdorf, die Märkte Ronsberg und Nesselwang sowie die Gemeinden:

  • Germaringen
  • Mauerstetten
  • Halblech
  • Lechbruck am See
  • Pfronten
  • Schwangau

Diese Gemeinden gehören nicht zu einer Verwaltungsgemeinschaft und agieren jeweils eigenständig.

Landkreis Ostallgäu und seine Infrastruktur

Trotz des ländlichen Gebiets verfügt das Ostallgäu über eine ausgezeichnete Infrastruktur. Dazu gehört vor allem das gut ausgebaute Straßennetz mit den Bundesautobahnen A7 und A96 sowie den Bundesstraßen B12, B16, B17, B309 und B 472.

Des Weiteren verlaufen mit Marktoberdorf–Füssen, Marktoberdorf–Kempten und Kempten–Reutte drei wichtige Bahnlinien durch den Landkreis. Für eine zügige Weiterverbindung mit den Städten Memmingen, Augsburg und München sorgt der Bahnknoten in Buchloe.

Ein zusätzliches Angebot für Privat- und Geschäftsleute stellt der international angebundene Verkehrsflughafen Allgäu Airport in Memmingen dar. Von dort gelangen Reisende mit der Bahn, dem Auto oder dem Shuttlebus in rund 45 Minuten in das Ostallgäu.

Ostallgäu – Wirtschaft und Industrie im Landkreis

Die Wirtschaft im Landkreis Ostallgäu teilt sich in zwei Bereiche: Während im Süden der Tourismus sowie das Hotel- und Gastgewerbe florieren, sind die Mitte und der Norden überwiegend der Sitz von klein- und mittelständischen Betrieben sowie der Landwirtschaft.

Die Landwirte sind überwiegend in der Milchwirtschaft tätig. Davon zeugen auch die Karwendel Werke in Buchloe, eine der größten Molkereien in der Region.

Im Ostallgäu bearbeiten die Landwirte 76.750 Hektar. Diese Landfläche fällt zu 86 Prozent auf Grünland und Weideflächen. Der Rest kommt dem Ackerbau zugute.

Zudem haben einige international agierende Unternehmen ihren Sitz im Ostallgäu. Dazu gehören unter anderem:

  • Sonderfahrzeugbauer AGCO Fendt
  • Verpackungshersteller Huhtamaki Deutschland
  • Nahrungsmittelproduzent Nestlé
  • Maschinenbauer Deckel Maho

Eine weitere Besonderheit der Industrie der Region ist die Firma Alpina Burkard Bovensiepen GmbH & Co. KG mit Zentrale in Buchloe. Dieses Unternehmen ist seit den 1960er-Jahren für seine hervorragenden Leistungen im BMW Tuning und Motorsport bekannt. Seit 1978 stellt Alpina Autos auf der Basis von BMW-Fahrzeugen her und wurde 1983 als unabhängiger Autobauer anerkannt. 2014 hatte das Werk im Ostallgäu mehr als 200 Mitarbeiter.

Landkreis Ostallgäu – Wissenswertes zur Politik

Die Politik der Landkreise bestimmen die vom Volk gewählten Landräte und Landrätinnen. Diese sind die obersten Verwaltungsbeamten einer Kommune und übernehmen gleichzeitig den Vorsitz im Kreistag. Die Amtszeit für diesen Posten beträgt jeweils sechs Jahre.

Im Landkreis Ostallgäu ist Maria Rita Zinnecker von der CSU die amtierende Landrätin. Sie ist seit 2014 im Amt und wurde bei den Kommunalwahlen im Jahre 2020 wiedergewählt.

Der Kreistag entscheidet auf kommunaler Ebene über sämtliche grundlegende Angelegenheiten im Landkreis und legt die Verwaltungsaufgaben fest. Die Mitglieder werden ebenfalls von den Bürgern eines Landkreises gewählt. In Bayern besteht der Kreistag aus 60 Mitgliedern und dem jeweiligen Landrat. Zu den beiden stärksten Parteien im Kreistag Ostallgäu gehören die Freien Wähler und die CSU, dicht gefolgt von der SPD und den Grünen.

Landkreis Ostallgäu – die Sehenswürdigkeiten der Region

Das Ostallgäu besitzt mit dem „Schlosspark“ einen der neun Erlebnisräume im Allgäu. Die Besucher erleben hier durch majestätische Bauwerke, romantische Städte und eine malerische Landschaft vielfältige Eindrücke, etwa bei einem Spaziergang durch einen weiträumigen Park. Zu den Höhepunkten gehören Sehenswürdigkeiten wie:

  • die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau
  • historische Stadtzentren
  • zahlreiche Burgruinen
  • kristallklare Seen
  • Schluchten und Gebirgsflüsse
  • imposante Berge und Höhenzüge

Die Region ist ein wahres Paradies für Radfahrer und Wanderer. Auf gut beschilderten Wegen können Interessierte zu individuellen Entdeckungstouren ins Ostallgäu starten.

Weitere beliebte Ausflugsziele im Landkreis sind beispielsweise:

  • der Forggensee
  • die königliche Kristall-Therme in Schwangau
  • das Alpspitz-Badecenter in Nesselwang
  • der Waldseilgarten in Pfronten
  • die Pöllatschlucht und die Reichenbachklamm

Für Kinder ist das Ostallgäu eine Fundgrube für die unterschiedlichsten Abenteuer. Neben dem sommerlichen Badevergnügen in den vielen Seen der Region oder herrlichen Wintersporttagen im Schnee gibt es im Naturerlebniszentrum in Füssen oder auf der Sommerrodelbahn in Nesselwang viel zu erleben. Auch auf einer Wanderung zur Burgruine Falkenstein gibt es für Groß und Klein viel zu entdecken.

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